Sri Lanka - Massenweise tote Meerestiere nach Brand auf Containerschiff angespült
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Sri LankaMassenweise tote Meerestiere nach Brand auf Containerschiff angespült

Der Brand auf dem Containerschiff X-Press Pearl vor der Küste Sri Lankas hat massive Folgen für die dortige Meeresfauna: Bisher wurden über 130 tote Schildkröten, Delfine und sogar Wale angespült.

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In Mount Lavinia werden immer wieder neue Opfer der Schiffskatastrophe angespült.

In Mount Lavinia werden immer wieder neue Opfer der Schiffskatastrophe angespült.

Reuters
Darunter sind über 100 Schildkröten.

Darunter sind über 100 Schildkröten.

AFP
Die Behörden zählten weit über 130 verendete Tiere.

Die Behörden zählten weit über 130 verendete Tiere.

REUTERS

Darum gehts

  • Am 20. Mai geriet vor der Küste Sri Lankas ein Containerschiff in Brand. Dieses konnte erst nach 13 Tagen gelöscht werden, das Schiff sank später.

  • Geladen hatte die X-Press Pearl Hunderte von Containern mit Kunststoffpellets.

  • Nun zeigen sich die Auswirkungen des Brandes auf die Umwelt.

Die Umweltschäden nach dem verheerenden Brand auf dem mit Chemikalien und Plastik beladenen, 186 Meter langen Containerschiff vor der Küste Sri Lankas sind nach Angaben eines Behördenvertreters noch schlimmer als befürchtet. Bis Donnerstag seien die Kadaver von mehr als 130 Schildkröten, Delfinen und Walen aus dem Indischen Ozean an die Strände des Inselstaats gespült worden, sagte der Beamte der Naturschutzbehörde am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

«Bis jetzt haben wir die Kadaver von 115 Schildkröten, 15 Delfinen und fünf Walen eingesammelt», sagte der Beamte, der ungenannt bleiben wollte. Unter ihnen sei auch ein Blauwal gewesen. Zudem gebe es erste Berichte über einen Schwarm Riff-Fische, die vor der Küste des für seine Korallenriffe bekannten Badeorts Hikkaduwa verendet seien.

Plastikstoffe und Chemikalien freigesetzt

Der Brand auf dem in Singapur registrierten Containerschiff X-Press Pearl war am 20. Mai kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Colombo ausgebrochen. Erst nach 13 Tagen konnte er gelöscht werden. Inzwischen ist das Schiff teilweise untergegangen. Durch den Brand wurden tonnenweise Plastikrohstoffe freigesetzt. Zudem hatte das Schiff 81 Container mit gefährlichen Chemikalien geladen, darunter 25 Tonnen Salpetersäure. Die Behörden sprechen bereits jetzt von der «schlimmsten maritimen Katastrophe» in Sri Lanka.

Die Regierung in Colombo fordert 40 Millionen Dollar (33,5 Millionen Euro) Schadenersatz von den Betreibern des Schiffes. Gegen Mitglieder der Besatzung wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Umweltschützer verklagten ausserdem die Regierung und den Schiffseigner. Sie werfen ihnen vor, zu spät auf das Unglück reagiert zu haben.

Am Freitag meldete ein weiteres Containerschiff einen Brand im Maschinenraum. Nach Angaben der srilankischen Marine befand sich die in Liberia registrierte MSC Messina auf dem Weg von Colombo nach Singapur, als die Besatzung den Notruf absetzte. Ein Besatzungsmitglied wird demnach vermisst. Auf den vielbefahrenen Routen zwischen Asien, dem Nahen Osten und Europa fahren täglich rund 200 Containerschiffe und Öltanker an Sri Lanka vorbei. Viele legen in Colombo an, dem grössten Umschlaghafen in Südasien.

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(AFP/trx)

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