Aktualisiert 06.11.2015 18:48

Zahl verdoppelt

Massiv mehr Asylsuchende überqueren die Grenze

1400 Asylsuchende in vier Tagen: In der letzten Woche hat sich die Zahl der Menschen, die in die Schweiz gelangen, im Schnitt verdoppelt. Der Bund denkt über ein Notfallkonzept nach.

von
rre
Massive Zunahme: Flüchtlinge aus Eritrea und Tibet kommen im Tessin an. (5. Oktober 2015)

Massive Zunahme: Flüchtlinge aus Eritrea und Tibet kommen im Tessin an. (5. Oktober 2015)

Am letzten Wochenende sind deutlich mehr Asylsuchende in die Schweiz eingereist. Verteilt auf vier Tage kamen rund 1400 Personen über die Grenze, berichtet die SRF-Sendung «Echo der Zeit» unter Berufung auf eine «zuverlässige Quelle». Auf den Durchschnitt eines einzelnen Tages im September sind das doppelt so viele.

Jörg Köhler, Leiter des St. Galler Amts für Militär und Zivilschutz, bestätigt das. «Die Flüchtlingssituation hat sich dahingehend entwickelt, dass wir Spitzen mit doppeltem Anlauf von Flüchtlingen zu bewältigen hatten», sagt er in der Sendung.

Bund diskutiert Notfallkonzept

Ein Grossteil der Menschen stammt aus Afghanistan. Köhler vermutet, dass sich für sie die Situation in Deutschland anders entwickelt hat als erwartet und sie deshalb nun in die Schweiz kommen.

Der Bund hat auf die massive Zunahme bereits reagiert: In der Ostschweiz wurden temporäre Unterkünfte eingerichtet, die Kapazitäten wurden kurzfristig erhöht. Bei der ordentlichen Lagebesprechung von Vertretern von Bund und Kantonen ist nach Informationen des «Echo der Zeit» auch diskutiert worden, ob der Bundesrat das Notfallkonzept Asyl aktivieren und einen Sonderstab einsetzen soll. Das Staatssekretariat für Migration wollte die neuen Zahlen auf Anfrage der Sendung nicht kommentieren.

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