Alarmierende Zahlen: Massive Zunahme von Raubüberfällen

Aktualisiert

Alarmierende ZahlenMassive Zunahme von Raubüberfällen

Raubüberfälle haben dieses Jahr Hochkonjunktur: 45 Prozent mehr Fälle meldet der Kanton Zürich. Ursachen sehen Experten in der Immigration und der Verrohung der Gesellschaft.

von
J. Büchel
Die Hemmschwelle für Raubüberfälle sinkt.

Die Hemmschwelle für Raubüberfälle sinkt.

Schon wieder kam es am Wochenende zu brutalen Raubüberfällen (siehe Box). Nach dem explosionsartigen Anstieg von Entreissdiebstählen, zeigt sich bei Raubüberfällen dieselbe Tendenz. Im Kanton Basel-Stadt wurden im ersten Halbjahr 165 Fälle gemeldet – also fast einer pro Tag. Das entspricht einer Zunahme von 40 Prozent im ersten Semester gegenüber dem Vorjahr.

In anderen Kantonen sieht es nicht besser aus: Im Kanton Zürich nahmen die Raubüberfälle um 45 Prozent und in St. Gallen um 22 Prozent zu. Es sind Zahlen, die den Basler Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass (FDP) alarmieren: «Diese Häufung macht mir Sorgen, da wir uns im oberen Bereich der schwankenden Zahlen der letzten 20 Jahren bewegen», so Gass in der Basler Zeitung.

Hemmschwelle sinkt - Strafmass ausschöpfen

Klaus Mannhart, Polizeisprecher im Kanton Basel-Stadt, sieht die Ursachen einerseits in der hohen Immigration von Nordafrikaner. Andererseits stellt er eine wegen der «Verrohung der Gesellschaft sinkende Hemmschwelle» fest. Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen pflichtet ihm bei: «Die Achtung vor Mitmenschen sinkt und die Gewaltbereitschaft steigt.»

Um Raubüberfälle zu verhindern, setzt die Kantonspolizei Basel Stadt auf Präsenz, Abschreckung und Prävention. Sie rät, Wertgegenstände nicht offen zu zeigen, vor allem nicht nachts. Für die Abschreckung wünscht sich Mannhart, dass die Richter bei Urteilen das mögliche Strafmass auch ausschöpfen. «Wenn durchgegriffen wird, spricht sich das unter den Kriminellen rasch herum. Das Gegenteil allerdings auch», so Mannhart.

Vier Raubüberfälle in einer Nacht

Gleich vier Raubüberfälle haben sich in der Nacht auf Freitag in der Stadt Zug ereignet: Die Täter entrissen drei Frauen und zwei Männern Natels, Portemonnaies oder die Handtasche. Zuvor bedrohten oder schlugen sie ihre Opfer. Zwei Nordafrikaner sitzen in Untersuchungshaft.

Noch in derselben Nacht nahm die Polizei drei Marokkaner im Alter zwischen 20 bis 24 Jahren fest. Die weiteren Ermittlungen führten am Samstag zur Verhaftung eines 40-jährigen Algeriers, wie es im Communiqué vom Montag heisst.

Die Männer wohnen alle in einer Asylunterkunft in Steinhausen. Eine Hausdurchsuchung führte diverses Deliktsgut zutage. So fanden die Ermittler eine mehrere tausend Franken teure Uhr, Laptops und Mobiltelefone. Eines der sichergestellten Natels konnte einem Raubopfer zugeordnet werden.

Der Algerier und ein 23-jähriger Marokkaner sitzen in U-Haft. Bei zwei weiteren Verhafteten erhärtete sich der Tatverdacht nicht. Sie wurden wieder freigelassen, wie es weiter heisst. (sda)

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