Auwirkungen von Corona: Massiver Rückgang von Stellenangeboten
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Auwirkungen von CoronaMassiver Rückgang von Stellenangeboten

Seit dem Lockdown sind die Stellenangebote in der Schweiz massiv zurückgegangen. Eine neue Studie zeigt, wie fest die Corona-Krise den Arbeitsmarkt im Griff hat.

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rc
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Seit in der Schweiz die «ausserordentliche Lage» ausgerufen wurde, sind die Stellenangebote im Internet enorm zurückgegangen.

Seit in der Schweiz die «ausserordentliche Lage» ausgerufen wurde, sind die Stellenangebote im Internet enorm zurückgegangen.

Keystone/Gaetan Bally
Im Vergleich zum Vorjahr ging die Gesamtzahl um 45 Prozent zurück.

Im Vergleich zum Vorjahr ging die Gesamtzahl um 45 Prozent zurück.

Novalytica
Einige Branchen trifft es besonders hart: So etwa die Gastronomie und Hotellerie.

Einige Branchen trifft es besonders hart: So etwa die Gastronomie und Hotellerie.

Novalytica

Wer in Zeiten von Corona auf Jobsuche ist, hat es schwer. Eine neue Studie zeigt nämlich, dass die ausgeschriebenen Stellenangebote im Internet seit dem 16. März um rund 45 Prozent zurückgegangen sind. «Ein relativ starker Rückgang», sagt Thomas Spycher, Datenwissenschaftler bei Novalytica. Praktisch jede Branche sei davon betroffen. «Selbst in der Gesundheitsbranche oder in der Logistik sind die Zahlen der Jobinserate zurückgegangen», so Spycher. Insgesamt wurden fast 19'000 Stellen weniger verzeichnet als im Vorjahr zur selben Zeit.

Einige Branchen trifft es besonders hart: «In der Gastro- und Hotelbranche wurden fast 80 Prozent weniger Stellenangebote erfasst», sagt Spycher. Für den allgemeinen Rückgang gebe es mehrere Gründe: «Ein Grund dafür ist sicherlich die Unsicherheit, die in den letzten Wochen massiv gestiegen ist.» Hinzu kämen administrative Probleme, wie zum Beispiel, dass keine persönlichen Vorstellungsgespräche mehr geführt werden könnten.

In welchen Branchen der Rückgang der Stellenangebote besonders stark ist, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

Kein Stellenboom in Aussicht

Dass es nach überwundener Corona-Krise einen regelrechten Stellenboom geben wird, wagt der Datenwissenschaftler zu bezweifeln. Eine Prognose sei aber schwierig: «Wie schnell sich Branchen von der Krise erholen, hängt auch von den Aussichten der einzelnen Unternehmen ab», so Spycher. Laut der Studie sind die Auswirkungen der Krise auf den Schweizer Arbeitsmarkt noch nicht absehbar. Sie untersuchte die ausgeschriebenen Stellenangebote in den ersten vier Wochen, nachdem die «ausserordentlichen Lage» ausgerufen worden war.

In der Kalenderwoche 13 waren die Unterschiede zum Vorjahr am besten zu sehen. Im Gastro- und Hotelgewerbe wurden in dieser Woche lediglich 183 Stellen registriert. Ein Jahr zuvor waren es zur selben Zeit rund 1442 Stelleninserate. Die Studie von Novalytica entstand in Zusammenarbeit mit der HR-Tech-Firma x28: «Das Unternehmen sucht täglich auf mehreren Tausend Firmenwebsites nach solchen Stellenausschreibungen und hat die entsprechenden Daten erhoben. Diese wurden dann von uns ausgewertet», so Spycher.

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