14.10.2020 07:33

Auf TwitterMassnahmen-Turbos gehen auf Twitter auf Berset los

In den sozialen Netzwerken werfen Befürworter harter Corona-Massnahmen Bundesrat Alain Berset Versagen vor. Die Betreiber der Accounts wollen anonym bleiben.

von
Pascal Michel
1 / 7
Bundesrat Berset wird auf Twitter stark kritisiert. 

Bundesrat Berset wird auf Twitter stark kritisiert.

Keystone
Nicht nur von Massnahmen-Skeptikern, sondern auch von Befürworter strengerer Massnahmen.

Nicht nur von Massnahmen-Skeptikern, sondern auch von Befürworter strengerer Massnahmen.

Keystone
Die meisten Betreiber der Accounts wollen anonym bleiben.

Die meisten Betreiber der Accounts wollen anonym bleiben.

Keystone

Darum gehts

  • Alain Berset wird auf Twitter stark kritisiert.
  • Dabei sind nicht nur Massnahmen-Skeptiker.
  • Viele fordern auch strengere Massnahmen.
  • Die Kommentare werden vom Bund regelmässig analysiert.

«Alain Berset steuert ins Desaster», «führungsloses Bundesamt für Gesundheit», «enttäuschende Taskforce»: Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter teilt der Account Postcovid_CH massiv gegen Gesundheitsminister Berset, die Behörden und die Wissenschaft aus. Gegen Berset schiessen nicht etwa Massnahmen-Skeptiker, sondern Befürworter strengerer Massnahmen. Diese gingen schon auf Berset los, als er am vergangenen Freitag erklärte, dass «die Lage im Griff, aber ernst» sei. Rund zweihundert Kommentare provozierte diese Einschätzung. Teils handelt es sich dabei um Konten, die explizit für die Propagierung einer härteren Corona-Strategie ins Leben gerufen wurden.

Der Betreiber hinter Postcovid_CH will anonym bleiben. Was er im Gespräch mit 20 Minuten preisgibt: Er sei wirtschaftlich direkt von der Pandemie betroffen.

Dass sich mittlerweile verschiedene Accounts teils vehement gegen die aktuelle Corona-Strategie des Bundes wehren, erklärt er so: «Viele von uns sind durch die Krise recht stark direkt betroffen. Sei es, weil sie zu einer Risikogruppe gehören oder ihre wirtschaftliche Aktivität Schaden nimmt.» Bei der Virusbekämpfung auf den letzten Plätzen weltweit zu landen, habe die Schweiz als Industrieland wirklich nicht verdient. Seit die Fallzahl wieder über 1000 pro Tag liege, gebe es viele Leute, die sich auch ohne neue Vorgaben des Bundesrates wieder umorganisieren müssten und zum Beispiel keine physischen Treffen mehr abhielten. «Unter anderem um die Risikogruppen in der Familie nicht in Gefahr zu bringen.»

«Die nächsten Monate werden hart»

Für den Betreiber des Postcovid_CH-Accounts steht die Schweiz nun an einem Punkt, an dem es «kippt». Massnahmen ausser einem Lockdown nützten dann fast nichts mehr. Eine zentrale Erklärung für den Twitterer: «Ich denke, der Grund ist im Moment auch die Veränderung in der Luftfeuchtigkeit auf den Winter hin. Die Aerosole fliegen weiter, und das Virus überlebt länger.» Er drängt deshalb darauf, dass die Aerosole auch in die Schweizer Corona-Strategie aufgenommen werden. «Die nächsten Monate werden sicher sehr hart. Und das hätte alles wirklich nicht sein müssen.» Der Account Postcovid_CH wird aber auch kritisiert. Auf seine Frage nach einem potenziellen zweiten Lockdown antwortet ein Nutzer: «Machen Sie doch gern einen. Sie werden vermutlich niemandem fehlen.»

Kommentare werden analysiert

Doch wie reagiert Alain Berset auf die Anwürfe auf Twitter? «Die aktuelle Situation ist belastend. Wir versuchen gemeinsam, diese Pandemie zu bewältigen», sagt Christian Favre, stellvertretender Kommunikationsleiter beim Innendepartement. Kritik, auch harte, gehöre zu einer lebendigen Demokratie. «Dazu gehören auch Phasen, in denen der Ton in der Sache rauer ist.» Beleidigungen, Hass, Drohungen und Spams toleriere man aber nicht, sie würden gemeldet. «Die Kommentare auf Social Media werden – wie auch andere Rückmeldungen – gelesen und regelmässig analysiert. Es ist klar, dass sich unzufriedene Personen eher äussern als zufriedene.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
505 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

TukTuk

15.10.2020, 14:28

Isch abe heute beschlossen sie zu informieren, dass isch nichts beschlossen abe. Wir beobachten die Lage sehr genau und nächste Woche oder so, informiere ich sie wieder, was wir so beobachtet aben und eventuell wieder nicht beschliessen werden. Das ist eine schwierige Lage, aber dafür werde isch bezahlt. Alten sie sisch solange isch beobachte bitte an das Chaos der Kantone .. Santé.

Haha

15.10.2020, 10:56

Meiner Meinung nach dürften die Statistiken zu den Infektionen und Todesfällen nich veröffentlich werden, da sie ungenau sind vor allem bezüglich der Infektionen. Das führt nur zu Panik. Würden Zahlen der Alljährlichen Influenzagruppe veröffentlicht werden, hätten auch sehr viele Angst.

tom

15.10.2020, 09:19

Massnahme turbos was für ar er