Nach Ja zum Covid-Gesetz – Massnahmengegner weigert sich, Steuern zu zahlen
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Nach Ja zum Covid-GesetzMassnahmengegner weigert sich, Steuern zu zahlen

Der wohl bekannteste Impfskeptiker der Schweiz, Daniel Trappitsch, wendet sich vom Staat ab. Und ist damit nicht allein. Auch andere Aussteiger haben Abspaltungstendenzen.

von
Yasmin Rosner
Daniel Trappitsch kämpfte schon 2013 an vorderster Front gegen das Epidemiengesetz. Jetzt engagierte er sich gegen das Covid-19-Gesetz, das im November zur Abstimmung kam.

Daniel Trappitsch kämpfte schon 2013 an vorderster Front gegen das Epidemiengesetz. Jetzt engagierte er sich gegen das Covid-19-Gesetz, das im November zur Abstimmung kam.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Vergangenes Wochenende wurde das Covid-Gesetz vom Volk deutlich angenommen.

  • Daniel Trappitsch gehörte zu jenen, die es vehement bekämpften.

  • Nach dem Ja zieht er nun Konsequenzen – aus politischen Gründen, wie er sagt.

  • Andere planen die Gründung einer eigenen Krankenkasse.

Daniel Trappitsch gehört zu den bekanntesten Impfskeptikern der Schweiz. Seit Monaten kämpft er gegen die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Jetzt grenzt sich der Massnahmenkritiker ultimativ vom Staat ab: Trappitsch weigert sich, Krankenkassenprämien und Steuern zu zahlen. Zwei Zahlungsbefehle von insgesamt 690 Franken plus Zinsen und Gebühren wurden im Amtsblatt des Kantons St. Gallen von Ende November veröffentlicht.

In einer Stellungnahme gegenüber der «SonntagsZeitung» sagt Trappitsch, dass er «aus politischen Gründen» keine Krankenkassenprämien und Steuern mehr bezahlen wolle. Trappitsch ist nicht allein. Aussteiger kündigten in den vergangenen Tagen die Gründung einer eigenen Krankenkasse und eigener Spitäler an. Aktiv sind sie unter anderem auf dem Telegram-Kanal «Allesindwillkommen», der über 25’000 Teilnehmer zählt. Die Massnahmengegnerinnen uns Massnahmengeger rufen dazu auf, bis Ende Jahr aus Kirchen, Parteien und Vereinen auszutreten. Abos sollen gekündigt, Versicherungen aufs Minimum reduziert werden.

Diese Abspaltungstendenzen hat auch der Basler Professor Oliver Nachtwey in einer breit angelegten Studie beobachtet. Insgesamt über 1100 Personen aus der Schweiz und Deutschland befragte er zu ihren Motiven und Zielen. Das Resultat deckt sich mit den Beobachtungen der vergangenen Wochen. «Die Bewegung ist vor allem durch eine tiefe Entfremdung von Kerninstitutionen der liberalen Demokratie zu charakterisieren», hält Nachtwey in seiner Studie fest, die der «SonntagsZeitung» vorliegt.

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