Massnahmen-Kritiker - Polizisten-Gruppierung sorgt mit Trychler-Zeremonie für Aufregung
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Massnahmen-KritikerPolizisten-Gruppierung sorgt mit Trychler-Zeremonie für Aufregung

Die massnahmenkritische Gruppierung «Wir für euch», die aus Polizistinnen und Polizisten bestehen soll, hat ein neues Video veröffentlicht. Bei der Polizeigewerkschaft ist man entsetzt.

von
Noah Knüsel

Mit einem Video sorgt die Gruppierung «Wir für euch» für Aufsehen.

Darum gehts

  • Derzeit kursiert ein Video der massnahmenkritischen Gruppierung «Wir für euch» auf Social Media.

  • Auch Armee- und Polizeiuniformen sind zu sehen.

  • Bei der Polizeigewerkschaft ist man entsetzt.

Ein Video der massnahmenkritischen Gruppierung «Wir für euch» (siehe Box) kursiert momentan auf Social Media: Vor imposanter Bergkulisse stehen rund zwei Dutzend Personen mit «Wir für euch»-Pullovern am Walensee. Mit Rockmusik hinterlegt wird die Schweizer Corona-Politik als «unverhältnismässig» kritisiert.

In einer weiteren Szene reicht ein Kind bei Fackelschein zwei erwachsenen Männern die Hände. Der eine trägt eine Armee-, der andere eine Polizeiuniform. Bei der Polizeigewerkschaft VSPB ist man schockiert über das Video: «Wir distanzieren uns davon und haben kein Verständnis», heisst es.

«Das sind keine Kameraden»

Selbstverständlich gelte das Recht auf freie Meinungsäusserung. Das dürfe aber keinen Einfluss auf die polizeiliche Arbeit haben, so der VSPB: «Die Bevölkerung hat ein Anrecht auf urteilsfreie Behandlung.»

Die Aktionen der Gruppierung stiessen unter Polizistinnen und Polizisten auf Unverständnis, heisst es beim Verband: «Viele stören sich daran.» Diese Leute seien keine Kameraden und würden gegen die Polizeiethik verstossen.

Kein Ermessensspielraum

Auch die Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) äussert Kritik: «Wir finden es stossend, dass sich angebliche Polizisten in der Öffentlichkeit anonym so äussern», sagt Sprecher Adrian Gaugler.

Gaugler hält fest, dass die Polizei bei der Durchsetzung von Massnahmen, die von politisch legitimierten Organisationen erlassen wurden, keinen Ermessensspielraum habe: «Wenn sich Polizisten weigern, diese durchzusetzen, machen sie sich strafbar.»

In sozialen Medien stösst das Video auf Kritik. Er mache sich Sorgen, sagt etwa Sozialwissenschaftler Marko Kovic: «Das geht in Richtung einer ‹Wir nehmen das Recht jetzt in die eigene Hand›-Ideologie.» Andere Userinnen und User stören sich ebenfalls an der Aufmachung des Videos.

Weder «Wir für euch» noch die «Helvetia-Trychler» haben bisher auf Anfragen von 20 Minuten reagiert.

Das ist «Wir für euch»

Nach eigenen Angaben besteht die Gruppierung aus Polizistinnen und Polizisten aus der ganzen Schweiz. Im Sommer hatten sie einen Brief an den Verband der Schweizerischen Polizeibeamten (VSPB) geschrieben, in dem sie die Corona-Massnahmen kritisiert hatten. Im Oktober wurde zudem bekannt, dass die Kantonspolizei Zürich zwei Mitglieder der Gruppierung freigestellt hat.

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