Zuschauer beleidigt Spieler: Match wegen rassistischen Beleidigungen abgebrochen
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Zuschauer beleidigt SpielerMatch wegen rassistischen Beleidigungen abgebrochen

Als ein Zuschauer einen Spieler des FC Rotkreuz beleidigte, weigerten sich die Spieler, den Match fortzusetzen. Der Fussballverband will die Situation nun analysieren.

von
Gianni Walther
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Das Spiel zwischen dem SC Goldau und dem FC Rotkreuz vom Samstag ist abgebrochen worden.

Das Spiel zwischen dem SC Goldau und dem FC Rotkreuz vom Samstag ist abgebrochen worden.

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Ein Zuschauer war auf das Feld gelaufen und soll einen Spieler des FC Rotkreuz beleidigt haben. Danach wollten die Spieler aus Rotkreuz nicht mehr weiterspielen.

Ein Zuschauer war auf das Feld gelaufen und soll einen Spieler des FC Rotkreuz beleidigt haben. Danach wollten die Spieler aus Rotkreuz nicht mehr weiterspielen.

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Beim Innerschweizer Fussballverband wurde ein Verfahrern eröffnet: «Wir warten nun auf den Schiedsrichterrapport und die Stellungnahmen der Vereine», sagt IFV-Präsident Urs Dickerhof.

Beim Innerschweizer Fussballverband wurde ein Verfahrern eröffnet: «Wir warten nun auf den Schiedsrichterrapport und die Stellungnahmen der Vereine», sagt IFV-Präsident Urs Dickerhof.

ifv.ch

Darum gehts

  • Beim Spiel zwischen dem SC Goldau und dem FC Rotkreuz hat ein Zuschauer einen Spieler rassistisch beleidigt.
  • Das Spiel wurde abgebrochen.
  • Die beiden Verein bedauern den Vorfall.
  • Der Innerschweizer Fussballverband (IFV) hat ein Verfahren eröffnet.
  • Für den Zuschauer könnte der Vorfall Konsequenzen haben.

Es hätte ein ganz normales Spiel werden sollen, doch die Partie zwischen dem SC Goldau II und dem FC Rotkreuz II in Goldau ist am vergangenen Samstag in der 76. Minute abgebrochen worden. Grund: Ein Zuschauer war auf das Feld gelaufen und hatte einen Spieler des FC Rotkreuz beleidigt, worauf das Team aus Rotkreuz nicht mehr weiterspielen wollte. Der Schiedsrichter brach die Partie darauf ab.

«Der Sport Club Goldau bedauert diesen Vorfall sehr und möchte klar festhalten, dass er jegliche Art von Rassismus und Diskriminierung auf und neben dem Platz aufs Schärfste verurteilt», heisst es in einer Stellungnahme des SC Goldau. «Das ist ein sehr bedenklicher und trauriger Vorfall», sagt Goldau-Präsident Reto Bisang dazu. «Wir haben weder in der Mannschaft noch im Umfeld mit Rassismus zu kämpfen, darum macht mich dieser Vorfall sehr betroffen.» Beim Verein sind laut Bisang Personen aus rund 20 Nationen dabei. «Gegenseitiger Respekt bildet die Grundlage unseres Vereinslebens.»

Einen solchen Vorfall gabs laut Bisang beim Verein noch nicht, wie er auf Anfrage sagt: «So etwas hatten wir noch nie. Das ärgert uns natürlich sehr.» Für den Zuschauer könnte dies Folgen haben: Nach dem Abschluss des Verfahrens «werden wir entscheiden, ob es zu einem Rayonverbot kommt oder ob es auch finanzielle Folgen haben könnte», sagt Bisang.

Fall landet in der Strafkommission

Auch beim FC Rotkreuz bedauert man das Geschehene. «In der heutigen Zeit ist ein solcher Vorfall nicht zu bagatellisieren und man kann nicht zur Tagesordnung übergehen», sagt der Rotkreuzer Vereinspräsident Claudio Carbone . Und: «Wir sind natürlich an einer Aufarbeitung interessiert.»

Nun wollen die beiden Vereine zusammen mit dem Innerschweizer Fussballverband den Vorfall analysieren, wie es in einer Mitteilung heisst. «Gerade der Fussball steht für ein hohes Mass an Integrationsleistungen für Menschen mit Migrationshintergrund in allen Altersklassen», sagt IFV-Präsident Urs Dickerhof dazu. Beim Verband verurteile man jegliche Form von Rassismus und Diskriminierungen. Dickerhof: «Wir werden dies nicht durch solche Äusserungen schmälern lassen und werden uns weiter für Toleranz und kulturelle Offenheit einsetzen.»

Es wurde ein Verfahren eröffnet, wodurch der Vorfall aufgearbeitet werden soll. «Wir warten nun auf den Schiedsrichterrapport und die Stellungnahmen der Vereine», so Dickerhof. Danach werde der Fall in der Strafkommission des Verbands behandelt. Welche Konsequenzen der Vorfall haben wird, könne man noch nicht sagen: «Fakt ist: Eine Person ist auf den Platz gegangen.» Was die Person dort gesagt haben soll, weiss Dickerhof nicht. Aber: «Die Vereine sind verantwortlich für die Platzordnung. Dazu gehört auch, dass niemand auf das Feld geht.»

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