Zürich: Materialien und Produkte sollen so lange wie möglich rezykliert werden

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ZürichMaterialien und Produkte sollen so lange wie möglich rezykliert werden

Am 25. September stimmt die Stimmbevölkerung des Kantons Zürich über den Gegenvorschlag zur «Kreislauf-Initiative» ab.

von
Yann Bartal
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Die Kreislaufwirtschaft hat zum Ziel, Materialien und Rohstoffe umzuwandeln und wiederzuverwenden. 

Die Kreislaufwirtschaft hat zum Ziel, Materialien und Rohstoffe umzuwandeln und wiederzuverwenden. 

20min/Taddeo Cerletti
Jede Zürcherin und jeder Zürcher produziert pro Jahr knapp drei Tonnen Abfall.

Jede Zürcherin und jeder Zürcher produziert pro Jahr knapp drei Tonnen Abfall.

20min/Marco Zangger
Zwei Drittel davon werden aktuell rezykliert.

Zwei Drittel davon werden aktuell rezykliert.

20min / Thomas Hagnauer

Darum gehts

  • Der Gegenvorschlag zur «Kreislauf-Initiative» fordert, dass künftig ein grösseres Augenmerk auf einen schonenden Ressourceneinsatz gelegt wird.

  • Er wurde im Kantonsrat ohne Gegenstimme angenommen. Dementsprechend gibt es keine offiziellen Gegenargumente.

Viele Konsum- und Produktionsgüter werden nach ihrem Gebrauch entsorgt. Damit entstehen im Kanton Zürich pro Jahr durchschnittlich rund drei Tonnen Abfall pro Person. Davon werden zirka zwei Tonnen rezykliert, eine landet direkt oder als Verbrennungsrückstand auf Deponien. Eine Abstimmungsvorlage will, dass die Bedingungen geschaffen werden, um diese Mengen zu reduzieren. Darüber stimmt die Bevölkerung im Kanton Zürich am 25. September ab.

Ziel der Kreislaufwirtschaft

Sowohl die Wirtschaft wie auch private Haushalte generieren Abfall. Dieser enthält oftmals Stoffe, die man weiterverwenden oder in andere Produkte umwandeln könnte. Das ist das Ziel der sogenannten Kreislaufwirtschaft – Materialien und Produkte sollen so lange wie möglich umgewandelt und weiterverwendet werden. Das soll nun in der Kantonsverfassung verankert werden. Explizit heisst das, dass der Kanton und die Gemeinden in ihrem Zuständigkeitsbereichen Rahmenbedingungen für einen schonenden Umgang mit Rohstoffen, Materialien und Gütern, sowie für die Schliessung von Stoffkreisläufen schaffen sollen.

Die Jungen Grünen haben die «Kreislauf-Initiative» im September 2019 lanciert. Diese legte den Fokus mehrheitlich auf den Konsum und die Verbraucherinnen und Verbraucher. Die vorgeschlagene Verfassungsänderung  wurde vom Kantonsrat abgelehnt. Dieser hat aber Anfang 2022 einen Gegenvorschlag beschlossen, über welchen nur abgestimmt wird. Dieser bezieht die Industrie und die Bauwirtschaft in die Vorlage mit ein. Nach der einstimmigen Zustimmung des Kantonsrates zum Gegenvorschlag hat die Jungpartei die Initiative zurückgezogen. Dementsprechend gibt es auch keine offiziellen Gegenargumente.

Alle Parteien unterstützen die Vorlage

«Ich habe noch nie erlebt, dass alle Parteien ein grünes Anliegen unterstützen», meint Simon Meyer, Co-Präsident der Grünen des Kantons Zürich. «Die Kreislaufwirtschaft versucht, die Wirtschaft neu zu denken. Sie nützt der lokalen Industrie und macht Gebrauch von Know-how, welches hierzulande vorhanden ist. Aus meiner Sicht ist das ein massiver Heimvorteil und garantiert sichere Arbeitsplätze für die Zukunft.»

Für die Grünen stehe der Umweltschutz im Zentrum, aber auch die Unabhängigkeit von ausländischen Ressourcen, erklärt Meyer. «Die Kreislaufwirtschaft macht die Schweizer Binnenwirtschaft resilienter vor weltweiten Krisen.»

«Die Kreislaufwirtschaft macht die Schweizer Binnenwirtschaft resilienter vor weltweiten Krisen.»

Simon Meyer, Co-Präsident Grüne Kanton Zürich

Auch Beatrix Frey, Fraktionspräsidentin der FDP Kanton Zürich, betont, dass ihre Partei die Kreislaufwirtschaft seit Jahren für sinnvoll und wichtig halte. Dass alle Parteien am gleichen Strang ziehen, freut Frey: «Man kann mit einer Initiative auch offene Türen einrennen. Das ist hier geschehen. Gegen das Prinzip der Kreislaufwirtschaft kann niemand ernsthaft sein und der Gegenvorschlag ist nun wesentlich konkreter und sinnvoller.»

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