Mattebewohner frustriert: Die Infos reichten nicht aus
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Mattebewohner frustriert: Die Infos reichten nicht aus

Während ungeheure Wassermassen das Berner Mattequartier bedrohten, tröpfelte der Informationsfluss nur. Die Bewohner verlangen eine bessere Alarmierung.

«Die Fernauslösung hat nicht korrekt funktioniert», sagt Urs Gugger von der Berufsfeuerwehr. Er habe die Sirenen in der Nacht auf gestern deshalb manuell einschalten müssen, und dies war nur für das ganze Stadtgebiet möglich. Doch jene, denen der Alarm eigentlich galt, bekamen ihn kaum mit: «Die Sirenen sind zu weit weg, bei geschlossenem Fenster höre ich sie nicht», sagt Mattebewohnerin Ruth Margot. Angst habe ihr vor allem gemacht, dass es lange keine weiteren Informationen zum Hochwasser gegeben habe.

Die Behörden raten, in solchen Fällen Radio zu hören, doch: «Unser Studio ist nicht die ganze Nacht besetzt. Wir haben unsere Hörer am frühen Morgen ausführlich informiert», sagt BE-1-Programmleiter Dominique Hofer. Auch bei Capital FM ging der erste Bericht erst am Morgen über den Äther. Und auch bei Tele Bärn erfuhr man in der Nacht nicht mehr.

«Der Informationsfluss war katastrophal», ärgert sich Beat Brügger. Um nicht auf die Behörden angewiesen zu sein, hat er in seinem Haus an der Aare eine eigene Messstation eingerichtet und über 200000 Franken in private Hochwasserschutzmassnahmen investiert. Aus Sicht der Stadtpolizei dagegen ist die Alarmierung gut verlaufen. Es wurden mehrmals SMS-Warnungen verschickt und Flugblätter verteilt.

Patrick Marbach

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