Aktualisiert 23.08.2005 19:58

Mattequartier: Feuerwehr erwägt sogar Sprengung

Im Mattequartier bleibt die Lage dramatisch. Für den Notfall plant die Feuerwehr eine Sprengung im Schwellenmätteli.

«Ich wäre ein schlechter Kommandant, wenn ich nicht mit allen Möglichkeiten rechnen würde», sagt Franz Bachmann von Berns Feuerwehr. Deshalb bereite man eine Sprengung im Schwellenmätteli vor – für den schlimmsten Fall. Das angestaute Holz leitet die Aare weiterhin durch die Matte.

Statt die verkeilten Stämme freizusprengen, würde Bachmann sie lieber mit einem Greifkran rausfischen: «Aber bei der momentanen Wassermenge von 600 Kubikmetern pro Sekunde wäre das lebensgefährlich.»

Mit vier Booten wurden bis gestern über 300 Betroffene aus der Sperrzone Matte in Sicherheit gebracht. 15 Personen haben die Evakuation verweigert, darunter auch Bewohner eines einsturzgefährdeten Hauses.

Dank Unterstützung durch die Armee und Nachbargemeinden stehen jetzt ständig 250 Helfer im Einsatz. Obwohl auch eine Pumpstation, Öltanks und das Chemikalienlager im Marzilibad überschwemmt wurden, ist das Trinkwasser sauber.

Schelte gab es von Stadtpräsident Alexander Tschäppät für den Kanton: «Es braucht mehr als Lippenbekenntnisse.» Auf sich gestellt könnten die Gemeinden keine umfangreichen Schutzmassnahmen ergreifen. Das nächste Hochwasser stehe deshalb schon vor der Tür.

Patrick Marbach

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