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Matterhorn-Drama: Rettung nach drei Tagen

Die Rettungskolonne von Zermatt hat drei polnische Alpnisten aus der Ostwand des Matterhorns gerettet. Die drei Männer waren seit 72 Stunden in der Wand blockiert.

Sie wurden unterkühlt und mit Erfrierungen ins Spital eingeliefert. «Es kommt einem Wunder gleich, dass die drei Männer noch am Leben sind», sagte der Zermatter Rettungschef Bruno Jelk auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die polnischen Alpinisten waren in der Ostwand des Matterhorns einer extremen Kälte und eisigen Winden ausgesetzt.

Die drei Bergsteiger waren am Dienstagmorgen zu ihrer Tour aufs Matterhorn (4477m) gestartet, wie «Schweiz Aktuell» von SF DRS am Donnerstag berichtete. Bereits am Montag waren sie bis zur Hörnlihütte (3150m) aufgestiegen, wie Jelk präzisierte. Er habe die drei Bergsteiger vor ihrem Aufbruch vor der grossen Gefahr gewarnt.

Bei ihrem Aufstieg kamen die drei Polen aber wegen dem Sturm in Schwierigkeiten. Auf einer Höhe von 3500 Metern gab es für zwei von ihnen keine Weiterkommen mehr. Der dritte war auf 3700 Metern in der Ostwand des Matterhorns blockiert. Mit einem Mobiltelefon alarmierten sie den Rettungsdienst.

Helfer blockiert

Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse gelang es den Rettern weder am Mittwoch noch am Donnerstag, zu den drei blockierten Bergsteigern zu gelangen. Auch ein dritter Versuch am Donnerstagabend war erfolglos, da der Wind mit 130 km/h über die Ostflanke des Matterhorns brauste und die Temperaturen auf minus 60° sinken liess.

In der Nacht zum Freitag dann habe sich der Wind gelegt und die drei blockierten Alpinisten konnten sich mit einer Taschenlampe bemerkbar machen. Die Rettung der drei Männer erfolgte in Zusammenarbeit mit einem Helikopter der Air-Zermatt. Dieser flog um 03.00 Uhr die ersten beiden Geretteten ins Spital nach Sion, den dritten am frühen Morgen.

Die drei Männer sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Sie leiden an Unterkühlung und holten sich während den 72 Stunden in der Ostwand des Matterhorns zahlreiche Erfrierungen an Händen und Füssen.

Leichtfertige Bergsteiger

Für Rettungschef Jelk ist es unglaublich, dass die Geretteten so lange in der Wand überleben konnten. «Die Bergsteiger waren gut ausgerüstet und haben richtig reagiert», sagte Jelk. Sie hätten sich in kleinen Höhlen vor dem Wind geschützt. Die Besteigung des Matterhorns im Winter sei nicht selten, erfolge aber meistens über die Nordwand.

Der Rettungschef von Zermatt bezeichnete jedoch das Vorgehen der drei polnischen Bergsteiger angesichts der herrschenden Wetterverhältnisse als äusserst leichtfertig. Es grenze an Wahnsinn, was die drei Männer getan haben, sagte Jelk.

(sda)

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