26.06.2020 15:52

Dank Corona-Rundungsregel

Matura-Abschlussquote in Luzern auf langjährigem Hoch

98,3 Prozent der Schüler haben im Kanton Luzern die Matura bestanden. Die Prüfungen wurden wegen Corona nur schriftlich durchgeführt. Dank einer Rundungsregel ist die Durchfallquote um einiges geringer als in den letzten Jahren.

von
Nathan Keusch
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Im Kanton Luzern bestanden 98,3 Prozent der Prüflinge die Matura im Corona-Jahr. (Symbolbild)

Im Kanton Luzern bestanden 98,3 Prozent der Prüflinge die Matura im Corona-Jahr. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY
Die Prüfungen fanden dieses Jahr unter speziellen Hygienemassnahmen statt. Im Kanton Luzern fanden nur die schriftlichen Prüfungen statt. Auf mündliche Prüfungen wurde verzichtet.

Die Prüfungen fanden dieses Jahr unter speziellen Hygienemassnahmen statt. Im Kanton Luzern fanden nur die schriftlichen Prüfungen statt. Auf mündliche Prüfungen wurde verzichtet.

Marco Stössel
Da Schüler bei mündliche Prüfungen meist besser abschneiden, legte der Kanton die Rundungsregel  dieses Jahr grosszügiger aus.

Da Schüler bei mündliche Prüfungen meist besser abschneiden, legte der Kanton die Rundungsregel dieses Jahr grosszügiger aus.

KEYSTONE

Darum gehts

  • In Luzern fanden die Maturaprüfungen dieses Jahr im besonderen Rahmen statt.
  • Die Prüfungen wurden nur schriftlich aber nicht mündlich absolviert.
  • Bei der Endnote kam eine spezielle Rundungsregel zum Einsatz.
  • Nur 13 Schüler bestanden die Matura nicht. 98,3 Prozent haben erfolgreich abgeschlossen.

743 Schüler haben im Kanton Luzern die Matura bestanden. Nur 13 Maturanden schafften den Abschluss dieses Jahr in Luzern nicht. Dies teilte die Dienststelle Gymnasialbildung am Donnerstag mit. Die Durchfallquote lag somit bei 1,7 Prozent und damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 2,9 Prozent.

Anders als in anderen Kantonen hielt Luzern trotz der Corona-Pandemie an schriftlichen Prüfungen fest. Mündliche Prüfungen, bei denen erfahrungsgemäss viele Schülerinnen und Schüler bessere Resultate erzielen als bei den schriftlichen, gab es keine.

Spezielle Rundungsregel

Aus diesem Grund legte der Kanton die Rundungsregel grosszügiger aus. Bei der Matura gelten sowohl die Erfahrungs- als auch die Prüfungsnoten. Bislang wurde jeweils in den einzelnen Fächern Richtung Prüfungsnote gerundet. War die Prüfungsnote tiefer als die Erfahrungsnote, konnte nun auch aufgerundet werden. Ohne diese Regelung wären laut dem Kanton 40 Kandidatinnen und Kandidaten durchgefallen. Die Quote hätte 5,3 Prozent betragen.

Anna-Lena Frey (19) hat dieses Jahr erfolgreich an der Kanti Reussbühl abgeschlossen. Sie fühlt sich trotz den besonderen Prüfungs- und Lernumständen gut auf die Universität vorbereitet. «Schlussendlich mussten wir ja fast die gleichen Leistungen wie andere Jahrgänge bringen. Ich glaube nicht, dass mein Maturazeugnis wegen den Umständen weniger aussagekräftig ist.» Sie findet, dass die Rundungsregelung eine angemessene Massnahme gewesen sei.

Die getroffenen Massnahmen seien sinnvoll gewesen und hätten ihre Wirkung gezeigt, sagt Marcel Schwerzmann, Bildungsdirektor des Kantons Luzern. Er gratuliert allen Maturanden: «Die jungen Leute haben sich selber bewiesen, dass sie eine solche Leistung auch unter erschwerten Bedingungen auf Abruf erbringen können. Das gibt Selbstvertrauen und Zuversicht für die Zukunft, sei es im Studium oder später im Beruf.»

Aldo Magno von der Dienststelle Gymnasialbildung dankt den Lehrpersonen und Experten, die die Prüfungen unter erschwerten Umständen durchführen mussten: «Die Prüfungen verliefen störungsfrei und ohne nennenswerte Pannen, dies verdient gerade im Corona-Maturajahr eine spezielle Würdigung.»

Das meistgewählte Schwerpunktfach war auch dieses Jahr Wirtschaft und Recht (25,1 Prozent), vor Biologie und Chemie (17,9 Prozent). Mit 57,5 Prozent Maturandinnen schlossen mehr junge Frauen das Gymnasium ab als junge Männer.

(SDA)

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