Aktualisiert 24.01.2020 00:21

Maturaarbeit Maturand lässt Ovi maschinell schütteln

Der Hergiswiler Maturand Benjamin Blöchliger hat gern Ovi. Aber er wollte sie nicht selbst schütteln. Also stellte er die wohl erste Ovi-Schüttelmaschine der Welt her.

von
jab

Der 17-jährige Benjamin Blöchliger erfand im Rahmen seiner Maturaarbeit eine Ovi-Schüttelmaschine.

Mit seiner Maturaarbeit hat der 17-jährige Benjamin Blöchliger eine Weltneuheit erfunden: den Ovi-O-Mat, sozusagen.

Die Idee kam dem jungen Ovi-Liebhaber eines Abends am Esstisch, «als ich wie gewohnt Milch und Ovomaltine-Pulver in einem Schüttelbecher mischte und diesen von Hand schüttelte», erklärte Blöchliger der «Luzerner Zeitung». «Der Startschuss des Projekts war letztes Jahr während der Fasnachtszeit, als wir die Idee für unsere Maturaarbeit eingeben mussten», sagt Blöchliger gegenüber 20 Minuten.

Also begann er zu tüfteln. Lange, sehr lange: Die Entwicklung seiner Ovi-Schüttelmaschine zog sich über mehrere Monate hinweg bis Mitte Oktober, wie Blöchliger erzählt. Die Ovi-Schüttelmaschine ist einfach zu bedienen. Es gibt drei Schalter: Mit einem kann man das Ovi-Pulver dosieren, mit dem zweiten die Milch, und mit dem dritten Schalter kann man den Schüttelmechanismus auslösen.

Komplexer Zusammenbau mit viel Hilfe

Was einfach klingt, hat in der Tat einen sehr komplexen Hintergrund. Für die Herstellung einer solchen Ovi-Schüttelmaschine war viel Fachwissen gefragt. Grundlegende Theorie zur Elektrotechnik und -mechanik war von Nöten. Ausserdem musste Blöchliger den Umgang mit Bohrer, Fräsmaschine und 3D-Drucker lernen. «Die Erstellung der Ovi-Schüttelmaschine war nur möglich, weil ich so viel Unterstützung erhalten habe», so der 17-Jährige.

Support erhielt er vor allem von einem Kollegen, der als Konstrukteur arbeitet. Mit dessen Hilfe konnte Blöchliger seine Maschine mit CAD-Software konstruieren. Ausserdem erhielt er von dem Kollegen auch das Rohmaterial für die Maschine. «Die Bestandteile der Maschine sind Teile von professionellen Kaffeemaschinen», erklärt der Jugendliche. Diese erhielt er gratis von einer bekannten Zentralschweizer Herstellerfirma. Trotzdem kostete ihn das Projekt zwischen 600 und 700 Franken, unter anderem wegen eines Kühlschranks, den er für die Kühlung der Milch benötigt.

Das Kernstück der Schüttelmaschine sei aber der komplexe Schüttelmechanismus, der nicht nur eine vertikale Auf- und Abwärtsbewegung ausführt. Ein Rotationsmotor übersetzt die Schüttelbewegung in die Vertikale, wofür zuerst mehrere Bauteile mit Fräsmaschinen und 3D-Druckern hergestellt werden mussten.

Offene Zukunft für den Ovi-Schüttler

Was mit dem Prototyp der Ovi-Schüttelmaschine geschieht, ist noch unklar. «Zurzeit ist das Projekt für mich abgeschlossen», so Blöchliger. Aber später möchte er Maschinenbau an der ETH Zürich studieren und ob er während des Studiums das Projekt weiterführt, ist noch offen. Gute Voraussetzungen dazu hat der junge Maturand. Seine Maschine wurde mit der Bestnote, einer 6, ausgezeichnet.

Im Alltag komme die Schüttelmaschine wegen ihrer unpraktischen Grösse noch selten zum Einsatz. Es handle sich immer noch um einen Protoypen, der noch nicht alltagstauglich sei. Aber: «Ich hätte Freude, wenn ich das Projekt weiter ausführen könnte», sagt Blöchliger.

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