Mathematik und Deutsch - Wer Note 4 nicht erreicht, soll durch Matur fallen
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Mathematik und DeutschWer Note 4 nicht erreicht, soll durch Matur fallen

Nur noch das Nötige machen: Unter diesem Verdacht stehen die Maturanden. Dass sich das ändert, will die Wirtschaft für die Matur einen härteren Kurs fahren. Das wäre vor allem für Mathematik-Muffel ein Graus.

von
Dominic Benz
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Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sollen sich bei der Matur nicht mehr einfach nur auf den Notenschnitt verlassen können.

Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sollen sich bei der Matur nicht mehr einfach nur auf den Notenschnitt verlassen können.

Tamedie
Wer die Matur bestehen will, muss in Mathematik und Deutsch jeweils die Note vier erreichen.

Wer die Matur bestehen will, muss in Mathematik und Deutsch jeweils die Note vier erreichen.

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Das fordert der Dachverband Economiesuisse laut «NZZ am Sonntag». 

Das fordert der Dachverband Economiesuisse laut «NZZ am Sonntag».

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Darum gehts

  • Maturanden sollen die Fächer Deutsch und Mathematik mindestens mit Note vier abschliessen müssen.

  • Wer das nicht schafft, fällt durch die Matur.

  • Das fordert der Dachverband Economiesuisse.

  • Maturanden sollen so die Zeit an einer Hochschule besser absolvieren.

Für Schülerinnen und Schüler in der Matur-Klasse sollen höhere Hürden gelten. Ein bloss genügender Noten-Schnitt soll nicht mehr ausreichen. Wer das Gymnasium abschliessen will, muss in den beiden Fächern Mathematik und Deutsch mindestens die Note vier schaffen. Das fordert Economiesuisse, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Mit genügenden Noten in den beiden Fächern sollen die Schülerinnen und Schüler besser fürs Studium an einer Hochschule gerüstet sein. Laut dem Dachverband der Schweizer Wirtschaft besteht der Zweck der Matur gerade darin, den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten die «allgemeine Studierfähigkeit» zu verleihen. Damit sollen sie ohne Eintrittsprüfungen an den Hochschulen bestehen können.

Bist du derzeit am Gymnasium und wärst von den höheren Matura-Hürden betroffen? Was hältst du davon, wenn du nun in Mathe und Deutsch jeweils mindestens Note vier machen musst? Würde dich das in Schwierigkeiten bringen, weil dir eines oder beide Fächer überhaupt nicht liegen? Erzähle uns davon und fülle dazu folgendes Formular aus:

Wer keine Vier hat, fällt durch

Daher fordert Economiesuisse: «Bei Mathematik und Erstsprache muss im jeweiligen Fach eine genügende Maturitätsfachnote erreicht werden.» Anders gesagt: Wer in Mathe und Deutsch bei den Noten keine Vier erreicht, der fällt durch.

Roger Wehrli von Economiesuisse sagt zur Zeitung, dass für einen Studienerfolg nun einmal Deutsch und Mathematik entscheidend seien. Man dürfe hier keine Kompromisse machen. Dass etwa die ETH spezielle Sommerkurse anbiete, um Maturanden fit fürs Studium zu machen, zeige bestehende Defizite auf. «Das ist eine Fehlentwicklung, die wir korrigieren sollten», so Wehrli.

Hohe Durchfall-Quote bei Mathe

Ein solche Änderung bei den Maturnoten dürfte vielen Schülerinnen und Schülern und vor allem Mathematik-Muffel nicht gefallen. Denn rund ein Viertel aller Maturanden schliessen das Fach mit einer ungenügenden Note ab, schreibt die «NZZ am Sonntag» weiter. Laut Wehrli sollen die Gymnasien daher Förderkurse den Schülerinnen und Schülern anbieten, die Probleme mit den neuen Noten-Anforderungen haben könnten.

Economiesuisse richtet sich mit der Forderung an die Politik. Eine Fachgruppe des Bundes und der Kantone hat bereits Vorschläge für eine Maturitätsreform zusammengestellt (siehe Box). Laut den zuständigen Personen gehe es darum, die Matur zu erschweren oder mehr Schülerinnen und Schüler durchfallen zu lassen.

Nicht mehr tun als nötig

Stattdessen sollen die Maturanden in mehr Fächern eine genügende Leistung vorweisen müssen. Das stärke die Bildungsfunktion der Maturitätsprüfung. Den Plänen vorangegangen ist die Befürchtung, dass viele Schülerinnen und Schüler mit den heutigen Bewertungs- und Prüfungsregeln am Ende der Gymi-Zeit nur noch das tun, was nötig ist. Wer also in bestimmten Fächern gut ist, kann etwa Mathe oder Deutsch vernachlässigen – Hauptsache der Gesamtschnitt der Noten stimmt.

Bis zum Schluss seriös büffeln

Ein Vorschlag der Fachgruppe des Bundes und der Kantone besteht laut «NZZ am Sonntag» darin, die Leistungen an den Abschlussprüfungen mehr zu gewichten. Heute wird die Gesamtnote aus dem Prüfungsresultat und der Erfahrungsnote ermittelt. Das soll sich ändern. Die Prüfungen sollen separat bewertet werden. Nur wer an den Schlussprüfungen einen Schnitt von «vier» erreicht und höchstens zwei ungenügende Noten hat, besteht die Matur. Mit der Matur-Reform solle niemand mehr einfach mit guten Vornoten die Matur bestehen können. Ziel der Fachgruppe ist es, dass sich die Maturanden bis zum Ende der Gymi-Zeit seriös vorbereiten müssen – auch auf die Schlussprüfungen.

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