Info-Brief zur Einbürgerung: Mauch macht 40'000 den roten Pass schmackhaft
Aktualisiert

Info-Brief zur EinbürgerungMauch macht 40'000 den roten Pass schmackhaft

Rund 40'000 Ausländer in Zürich erhalten Post von Corine Mauch mit Infos zu den verschärften Regeln für die Einbürgerung ab 2018. Die SVP spricht von einem «Affront».

von
rom
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Wer den Schweizer Pass will, hat es ab 2018 schwerer - zumindest je nach Niederlassungsbewilligung.

Wer den Schweizer Pass will, hat es ab 2018 schwerer - zumindest je nach Niederlassungsbewilligung.

Keystone/Christian Beutler
Aus diesem Grund erhalten rund 40'000 Ausländer in der Stadt Zürich in diesen Tagen Post von Stadtpräsidentin Corine Mauch - hier am Sechseläuten vor einer Woche.

Aus diesem Grund erhalten rund 40'000 Ausländer in der Stadt Zürich in diesen Tagen Post von Stadtpräsidentin Corine Mauch - hier am Sechseläuten vor einer Woche.

Keystone/Walter Bieri

Wie wird man Schweizer Bürger? Ab 1. Januar 2018 ändern sich die Regeln – sie werden teilweise verschärft. So braucht es etwa zwingend eine C-Bewilligung. B oder F reicht künftig nicht mehr. Dafür muss man nur noch zehn statt zwölf Jahre in der Schweiz gewohnt haben. Die Änderungen nimmt die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch zum Anlass, rund 40'000 Ausländerinnen und Ausländer in diesen Tagen schriftlich über die Möglichkeiten zur Einbürgerung zu informieren.

«Dem Stadtrat von Zürich ist es ein Anliegen, dass möglichst viele Zürcherinnen und Zürcher am direktdemokratischen Prozess teilnehmen können», heisst es in einer Mitteilung der Stadt vom Dienstag. Und weiter: «Je mehr Menschen sich beteiligen,

umso lebendiger ist die Demokratie. Es ist daher wichtig und erwünscht, dass sich Ausländerinnen und Ausländer einbürgern lassen, wenn sie die Voraussetzungen dafür erfüllen.»

Im Brief schreibt die Stadtpräsidentin explizit, dass insbesondere Inhaber einer B- oder F-Bewilligung sich genau informieren sollten. Denn sie können sich nur noch einbürgern lassen, wenn ihr Gesuch noch dieses Jahr eingereicht werde.

Mauchs Sprecher Nat Bächtold ergänzt dazu: «Wir nehmen mit diesem Brief unsere Informationspflicht wahr und folgen einer Empfehlung des Bundesrates.» An den Richtlinien zur Einbürgerung ändere sich nichts: «Heute wie in Zukunft haben nur gut integrierte und ausreichend Deutsch sprechende Personen Chancen auf einen roten Pass.»

«Masseneinbürgerungsaktion»

Bei der SVP der Stadt Zürich kommt die Brief-Offensive dennoch nicht gut an: «Diese Aktion ist ein Affront gegenüber den eidgenössischen Gesetzgebern, die in den Schluss-Abstimmungen am 20. Juni 2014 das Bürgerrechtsgesetz dahingehend änderten, dass sich «nur noch gut integrierte Personen» einbürgern lassen können.

Menschen, die vorläufig aufgenommen seien, also mehrheitlich Personen aus dem Asylbereich, hätten kein Anrecht auf Einbürgerung, so die SVP weiter. Die Partei verurteilt diese «Masseneinbürgerungsaktion aufs Schärfste».

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