Stadtrat greift an: Mauch pfeift das Endspiel um das Stadion Zürich an
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Stadtrat greift anMauch pfeift das Endspiel um das Stadion Zürich an

In einem Monat entscheidet die Stadt Zürich über das neue Fussballstadion. Jetzt greift auch der Stadtrat in den Abstimmungskampf ein - Stadtpräsidentin Corine Mauch hofft auf ein Ja der Stimmbürger.

von
wed

Nun geht der Zürcher Stadtrat in die Offensive im Kampf um das neue Fussballstadion. Gleich vier Stadträte präsentierten am Mittwochnachmittag die wichtigsten Fakten zur Abstimmung am 22. September. «Der Stadtrat will Fairplay im Abstimmungskampf», sagte Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP). Es werde immer wieder mit irreführenden und widersprüchlichen Argumenten gearbeitet. Beispielsweise sei ein Projekt mit günstigen Wohnungen aber ohne Stadion, wie es einige Gegner wollen, schlichtweg unmöglich. «Die Credit Suisse hat uns das Land rund 45 Millionen Franken unter Marktwert verkauft, mit der Bedingung, dass auf dem Areal ein Fussballstadion gebaut wird», sagte Mauch. Falls die Abstimmung im September negativ ausfalle, werde die CS das Land zum gleichen Preis zurückkaufen können.

Letzte Chance für ein Fussballstadion in Zürich

«Bei einem Nein des Stimmvolkes wird die Stadt kein neues Projekt initiieren», sagte Mauch. Für das aktuelle Stadion habe man bereits 10 Millionen Franken ausgegeben. Private Investoren würden ebenfalls zurückhaltend bleiben, nachdem bereits das erste Projekt der Credit Suisse gescheitert sei. «Diese Abstimmung ist wohl die letzte Chance für ein Fussballstadion in Zürich», sagte Sportvorsteher Gerold Lauber (CVP). Zudem gäbe es kein vergleichbares Land mehr in der Stadt, um solch ein Stadion zu bauen. «Fussball ist der wichtigste Sport in Zürich und die Zuschauerzahlen werden zunehmen mit einem neuen Stadion», so Lauber. Das habe man beispielsweise in St.Gallen deutlich gesehen.

Zu den viel diskutierten Baukosten sagte Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne): «Die 216 Millionen Franken hohen Erstellungskosten werden mit der Stadionmiete gedeckt.» Die Betriebsgesellschaft werde hierfür jährlich 9,1 Millionen an die Stadt überweisen. Das heisst also gemäss Leupi: «Es geht am 22. September hauptsächlich um einen maximalen Beitrag von 8,3 Millionen Franken pro Jahr, mit dem die Stadt ein Defizit der Betriebsgesellschaft ausgleicht.» Wenn die Zuschauerzahlen, und damit auch die Einnahmen steigen würden, könne es sein, dass die Stadt weniger bezahlen müsse. «Bei der Berechnung gehen wir von durschnittlich 10'000 Zuschauern beim FCZ und 8000 Zuschauern bei GC aus», so Leupi. Die beiden Clubs würden ebenfalls jährlich drei bis fünf Millionen Franken an die Betriebsgesellschaft zahlen. Zudem werden die Baukosten der Wohnsiedlung über 103 Millionen vollständig durch die Miteinnahmen gedeckt.

Weniger Sicherheitskosten – mehr Raum für Leichtathletik

«Die Sicherheitskosten im neuen Stadion werden auf jeden Fall tiefer sein als im Letzigrund», sagte Hochbauvorsteher André Odermatt (SP). Genaue Zahlen könne man aber nicht nennen, weil es wesentlich sein werde, wie sich die Fan-Szene entwickle.

Laut Gerold Lauber wäre neben GC und FCZ auch der Leichtathletikklub Zürich (LCZ) ein Gewinner der Abstimmung: «Der LCZ wartet seit sechs Jahren darauf, dass das Letzigrund-Stadion als Trainingsstätte und Austragungsort von Wettkämpfen genutzt werden kann, wie das einst versprochen wurde.»

Zum Abschluss der Medienkonferenz meldete sich noch der Red-Star-Präsident und ehemalige Nati-Spieler Marcel Cornioley zu Wort: «Fussball ist für mich ein Stück Zürcher Stadtkultur.» Für alle Kulturrichtungen habe man Spitzenhäuser in der Stadt Zürich und auch der Fussball braucht eines. «Sonst steht es schlecht um den Zürcher Fussball», sagt Cornioley.

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