Zu nah dran: Maurer beleidigt Kameramann als «Aff»
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Zu nah dranMaurer beleidigt Kameramann als «Aff»

Vor laufender Kamera hat Ueli Maurer einen SRF-Kameramann verunglimpft. Es ist nicht das erste Mal, dass der Bundespräsident mit verbalen Ungebührlichkeiten auffällt.

von
dp
«10vor10» begleitete Bundesrat Ueli Maurer – und kam ihm dabei zu nah.

«10vor10» begleitete Bundesrat Ueli Maurer – und kam ihm dabei zu nah.

Es hätte eine nette Reportage über Ueli Maurer an seinem wichtigsten Sessionstag werden sollen. «10vor10» begleitete den Bundespräsidenten während der gestrigen Gripen-Abstimmung und verfolgte ihn auf Schritt und Tritt. Doch das war Maurer offensichtlich zu viel. Vor laufender Kamera betitelte der sichtlich genervte SVP-Mann den Kameramann als «Aff».

Gegenüber dem SRF nahm Maurers Verteidigungsdepartement VBS Stellung: Man habe «die Integrität und den Wunsch auf eine gewisse Distanz vor einer wichtigen Parlamentssitzung nicht respektiert». Entschuldigt hat sich Maurer beim Kameramann jedoch nicht, so SRF-Mediensprecher Stefan Wyss. Man sei mit dem VBS aber im Gespräch.

«Ein Magistrat müsste gelernt haben, die Contenance zu wahren»

Doch darf einem Bundesrat eine solche verbale Entgleisung überhaupt passieren? Nein, findet Kommunikationsexperte Marcus Knill und spricht von einem Fauxpas: «Ein Magistrat müsste gelernt haben, die Contenance zu wahren, wenn er in eine unangenehme Situation kommt oder sich provoziert fühlt.» Statt jemanden zu beleidigen, müsste er die Person sachlich auf das Problem aufmerksam machen. Ein Training könnte ihm dabei helfen. Für Knill ist klar: «Für ein solch ungebührliches Verhalten müsste sich Maurer beim Kameramann entschuldigen.»

Es ist nicht das erste Mal, dass Ueli Maurer mit verbalen Entgleisungen auffällt. Am 1. August wurde er von einem Reporter von Tele Ostschweiz gefragt, was er sich für die Schweiz wünsche. «Dass wir uns nicht von allen auf die Kappe scheissen lassen», lautete seine Antwort. Noch vor seiner Zeit als Bundesrat schreckte Maurer nicht davor zurück, das Wort «Neger» in den Mund zu nehmen. Maurer spreche die strassengängige Stammtisch-Sprache, sagt Knill. «Er spricht für das Volk verständlich, was eigentlich sympathisch ist. Er sollte jedoch vorsichtig mit der Sprache umgehen, wenn seine Nerven blank liegen.»

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