14.09.2019 08:26

Limousine angeboten

Maurer rettet Vaterehre von SP-Chef Levrat

SP-Präsident Christian Levrat wollte die Maturafeier seiner Juso-Tochter schwänzen. Der Bundespräsident und ein CVP-Ständerat schritten ein.

von
daw
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Ueli Maurer überführte Levrats Auto nach Bern. Der Fahrer des Bundespräsidenten fuhr alleine voraus.

Ueli Maurer überführte Levrats Auto nach Bern. Der Fahrer des Bundespräsidenten fuhr alleine voraus.

Keystone/Peter Schneider
Levrat hatte die Schlüssel seines Autos nicht gefunden.

Levrat hatte die Schlüssel seines Autos nicht gefunden.

Keystone/Peter Schneider
CVP-Ständerat Konrad Graber stimmte mit der SP, damit Levrat an die Maturfeier seiner Tochter geht.

CVP-Ständerat Konrad Graber stimmte mit der SP, damit Levrat an die Maturfeier seiner Tochter geht.

Keystone/Georgios Kefalas

Schweizer Politiker haben es gut untereinander – selbst im Wahljahr. Sehr gut sogar, wie eine Anekdote beweist, über die die «NZZ» berichtet.

Auf Einladung der Kantonsregierung traf sich die ständerätliche Wirtschaftskommission (WAK) im Juni im «Sternen» in Kriegsstetten SO zum Abendessen. Levrat erzählte, dass seine Tochter morgen ihr Maturazeugnis überreicht bekomme, er die Feier wegen der WAK-Sitzung aber sausen lassen müsse.

CVP-Ständerat stimmt für Levrat

Traktandiert war am nächsten Tag nämlich das Versicherungsvertragsgesetz, ein Geschäft, das Levrat am Herzen liegt. Seine Tochter, die selbst in der Juso ist und für den Nationalrat kandidiert, habe das problemlos akzeptiert, soll Levrat weiter ausgeführt haben.

CVP-Ständerat Konrad Graber, der neben Levrat sass, konnte das nicht glauben. «Das darfst du nicht», soll der Familienpolitiker zum SP-Präsidenten gesagt haben. Und er bot ihm an, in der Sitzung immer so zu stimmen wie Levrats Parteikollege Roberto Zanetti. Levrat schlief eine Nacht darüber – und nahm das Angebot von Graber tatsächlich an, wie die «NZZ» weiter schreibt.

Maurer überführte Levrats Auto nach Bern

Damit fingen die Probleme für Levrat erst an. Als er an jenem Freitag ins Auto steigen wollte, fand er dummerweise den Schlüssel nicht. Bundespräsident Ueli Maurer (SVP), der ebenfalls vor Ort war, wurde zum Retter in der Not: Er stellte Levrat seine Dienstlimousine samt Chauffeur zur Verfügung. So schaffte es Levrat rechtzeitig zur Feier in Bulle im Kanton Freiburg.

Maurers Chauffeur fuhr danach zurück nach Kriegsstetten. Dort suchte er nach Levrats Schlüsseln und fand sie in dessen Auto. Da Levrat über kurz oder lang in Bern sein musste, liess Maurer seinen Chauffeur allein zurückfahren. Er selbst überführte Levrats Wagen nach Bern.

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