Politiker machen Druck: Maurer soll Bürozeiten bei Luftwaffe rasch aufheben
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Politiker machen DruckMaurer soll Bürozeiten bei Luftwaffe rasch aufheben

Geht es nach Sicherheitspolitikern, soll Ueli Maurer den 24-Stunden-Betrieb bereits früher einführen. Sie werfen ihm vor, das Projekt nur halbherzig anzugehen.

von
pat
Bundesrat Ueli Maurer hält eine permanente Bereitschaft der Luftwaffe in den nächsten ein bis zwei Jahren für unrealistisch.

Bundesrat Ueli Maurer hält eine permanente Bereitschaft der Luftwaffe in den nächsten ein bis zwei Jahren für unrealistisch.

Die Luftwaffe soll künftig rund um die Uhr einsatzbereit sein, so der Plan. Bis 2020 will Verteidigungsminister Ueli Maurer den ganzjährigen 24-Stunden-Betrieb einführen. Den bürgerlichen Sicherheitspolitikern dauert das zu lang. Sie werfen Maurer vor, das Projekt nach dem Gripen-Nein im letzten Jahr nur halbherzig anzugehen.

«Wir möchten den Prozess beschleunigen», sagt der Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) des Nationalrats und Schaffhauser SVP-Nationalrat, Thomas Hurter zur «NZZ am Sonntag». Es müsse möglich sein, die Bereitschaft in den kommenden ein bis zwei Jahren wesentlich zu erhöhen. Man müsse Kompromisse finden.

«Piloten-Ausbildung soll forciert werden»

Sein Vorschlag: Die Luftwaffe soll vorerst 30 Minuten nach einem Alarm einsatzbereit sein, statt der geplanten 15 Minuten. «Die Bevölkerung hat Anspruch auf eine Luftwaffe, die bereit ist, wenn sie benötigt wird», sagt Hurter.

Unterstützung erhält er von der SiK-Vizepräsidentin und FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger. Die Piloten-Ausbildung müsse forciert werden, fordert sie.

Luftwaffen-Sprecher Jürg Nussbaum hält dem entgegen. Für eine permanente Bereitschaft seien mehrere langwierige Anpassungen nötig. «Wir müssen Mechaniker und Piloten ausbilden und anstellen.» Rund 100 Personen müssten neu beschäftigt werden. Das Nein zur Grippen-Beschaffung führe dazu, dass die F/A-18-Flotte intensiver belastet und das Maximum an Flugstunden schneller erreicht werde.

24-Stunden-Betrieb erst 2025

Verbesserungen sollen laut Nussbaum bereits dieses Jahr stattfinden. Einen 24-Stunden-Betrieb sei jedoch erst für 2025 realistisch.

Die Forderung nach einer permanenten Verfügbarkeit wurde nicht zuletzt laut, nachdem eine entführte Boeing der Ethiopian Airlines im Schweizer Luftraum von französischen Kampfjets begleitet werden musste, weil sich der Vorfall ausserhalb der Betriebszeiten der Schweizer Luftwaffe ereignete.

Reperatur von Tiger unsicher

Ob die Tiger-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe, bei denen Rissen hinter dem Cockpit festgestellt worden sind, repariert werden, ist nicht sicher. Das sagte Luftwaffenchef Aldo C. Schellenberg in einem Interview mit der Zeitung «Zentralschweiz am Sonntag». Die Kontrolle der Tiger sei noch nicht abgeschlossen, sagte Schellenberg. Fünf Kampfjets müssten noch überprüft werden und dürften deshalb vorderhand nicht fliegen. Bei bisher vier Jets seien Risse entdeckt worden.

Sollten nicht noch weitere Tiger mit Rissen auftauchen, würden die vier betroffenen Jets wahrscheinlich stillgelegt, so wie das bereits für 18 der insgesamt 54 Tiger-Kampfjets der Luftwaffe seit ein paar Jahren der Fall sei.

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