Aktualisiert 09.01.2005 20:51

Maurer und die FCB-Fans: Fronten bleiben verhärtet

Die Aussprache am Samstag zwischen der Zürcher Polizeidirektorin Esther Maurer und Eltern von jungen FCB-Fans verlief ergebnislos.

«Es hat nicht viel gebracht», bestätigte gestern Yvonne Strub, deren 16-jähriger Sohn am 5. Dezember von der Zürcher Polizei am Bahnhof Altstetten mit Gummischrot verletzt worden war. Frau Maurer habe sich zwar für die zu späte Information der Eltern und dafür, dass auch Unschuldige involviert wurden, entschuldigt, aber dann wieder den Erfolg der massiven Polizeiaktion hervorgehoben. Strub: «Sie konnte uns noch immer nicht sagen, wie viele Fans zu Recht festgenommen worden sind und ob welche für frühere Taten identifiziert worden sind.»

Dafür wurde laut Strub bekannt, dass nicht bloss 32 unter 16-Jährige verhaftet worden sind, sondern 56. «Zudem konnten wir Eltern feststellen, dass sich die Aussagen unserer Kinder decken», so Strub. Vor allem das provokative Benehmen vieler Polizeibeamten und Beschimpfungen wie «Saubasler», «Abschaum» oder «Piss doch auf den Boden» seien bestätigt worden. «Ich bin mir jetzt noch sicher, dass die Klagen gerechtfertigt sind und der Polizeieinsatz unverhältnismässig war», fügt sie an. Niemand ziehe nun seine Klage zurück. Im Gegenteil: Es seien noch weitere hinzugekommen.

Christian Degen

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