Bonizahlungen - Maurer und Sommaruga rügten Swiss-Spitze
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BonizahlungenMaurer und Sommaruga rügten Swiss-Spitze

Die Airline-Chefs verzichteten 2020 trotz Staatsrettung nicht auf die Zusatzzahlungen, obwohl sie dem Bundesrat Zurückhaltung zugesichert hatten, was nicht gut ankam.

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Verschickten einen gemeinsamen Brief an die Swiss-Spitze: Finanzminister Ueli Maurer und Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga. (Archivbild)

Verschickten einen gemeinsamen Brief an die Swiss-Spitze: Finanzminister Ueli Maurer und Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga. (Archivbild)

AFP/Fabrice Coffrini
Bundesrätin Simonetta Sommaruga und ihr Kollege Ueli Maurer verwenden Worte wie «politisch unsensibel», «Irritation» und «wenig Verständnis».

Bundesrätin Simonetta Sommaruga und ihr Kollege Ueli Maurer verwenden Worte wie «politisch unsensibel», «Irritation» und «wenig Verständnis».

20min/Stefan Lanz
Der Bund rettete die Swiss mit einem 1,5 Milliarden schweren Bankkredit: Finanzminister Ueli Maurer.

Der Bund rettete die Swiss mit einem 1,5 Milliarden schweren Bankkredit: Finanzminister Ueli Maurer.

REUTERS/Leonhard Foeger

Darum gehts

  • Die Bundesräte Sommaruga und Maurer haben die Swiss-Spitze in einem Brief gemassregelt.

  • Sie kritisierten die Bonizahlungen, die trotz Bundeshilfe ausbezahlt wurden.

  • «Politisch unsensibel», «Irritation» und «wenig Verständnis» heisst es in dem Schreiben.

«Politisch unsensibel», «Irritation», «wenig Verständnis»: Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga und Finanzminister Ueli Maurer rügten die Swiss-Spitze im Dezember dafür, dass sie sich Boni für das Jahr 2019 ausgezahlt hatte. Wenige Monate davor rettete der Bund die Fluggesellschaft mit einer 85-Prozent-Garantie für einen 1,5 Milliarden Franken schweren Bankkredit durch die Corona-Krise.

Die Kritik geht aus einem Schriftwechsel hervor, den die «SonntagsZeitung» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz einsehen konnte. Da steht: «Die Auszahlung der variablen Lohnbestandteile des Geschäftsjahres 2019 an verschiedene Mitglieder der Geschäftsleitung der Swiss International Air Lines AG Ende Oktober hat sowohl politisch wie auch medial für Aufregung gesorgt. Auch die Finanzkommission des Nationalrates hat die Thematik aufgenommen und war von den entsprechenden Auszahlungen in der aktuell schwierigen Situation der Swiss irritiert. Wir können diese Irritation gut nachvollziehen.»

«Swiss sicherte Zurückhaltung zu»

Sommaruga und Maurer schreiben in ihrem Brief weiter: «In den Verhandlungen zwischen dem Bund, den Banken und der Swiss hat die Fluggesellschaft dem Bund bei den variablen Vergütungen des Managements Zurückhaltung zugesichert.»

Der damalige Swiss-CEO Thomas Klühr und VR-Präsident Reto Francioni zeigten in ihrer Antwort «Verständnis für das geäusserte Anliegen». Die Swiss wird der Bitte der Bundesräte nachkommen, bis zur vollständigen Rückzahlung des Kredits auf Boni für die Geschäftsleitung zu verzichten. Allerdings lassen sich die Manager die Möglichkeit offen, schon vor der kompletten Rückzahlung des Kredits ihr Basissalär anzuheben. Simonetta und Maurer hatten sie gebeten, darauf zu verzichten.

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(chk)

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