Militär-Ranking: Maurers Armee ist bei weitem nicht die beste

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Militär-RankingMaurers Armee ist bei weitem nicht die beste

In einem internationalen Vergleich liegt die Schweizer Armee auf Platz 27. Die Streitkräfte von Ländern wie der Ukraine oder Ägypten schneiden besser ab.

von
Nicole Glaus

Die Schweizer Armee soll die beste der Welt werden. Dieses Ziel setzte sich Bundesrat Ueli Maurer bei seinem Amtsantritt als Verteidigungsminister im Jahr 2008. Nun macht das Newsportal Business Insider bekannt: Die Schweizer Armee kommt im internationalen Vergleich gerade mal auf Rang 27. Das zeigt der aktuelle Global Firepower Index - ein Ranking zur militärischen Stärke von über 100 Ländern.

Massgebend für die Rangierung sind Faktoren wie das Militärbudget, die Armeestärke, die militärische Ausrüstung und der Zugang zu Ressourcen.

Im europäischen Vergleich liegt die Schweiz noch vor Spanien, Österreich oder Rumänien. Nicht nur die bestklassierten europäischen Armeen - die französische und die deutsche auf dem sechsten und siebten Platz - liegen vor der Schweiz, sondern auch jene der Ukraine auf Rang 21. Auch Länder wie Thailand oder Ägypten haben offenbar die bessere Armee. Im Vergleich gibt Ägypten pro Jahr 4,4 Milliarden Dollar aus, die Schweiz 4,8 Milliarden. Trotzdem liegt Ägypten 14 Plätze weiter vorne.

Die weltweit mächtigste Armee haben laut dem Ranking die USA. Sie verfügt etwa über die grösste Luftwaffe und mit über 600 Milliarden Dollar auch über das höchste Budget. Dicht gefolgt sind die Vereinigten Staaten von Russland auf dem zweiten und China auf dem dritten Platz. Das asiatische Land hat mit über zwei Millionen aktiven Streitkräften mit Abstand den grössten Bestand an Soldaten.

«Viel Kraft und wenig Hirn»

Die Rangliste löst bei Schweizer Sicherheitspolitikern unterschiedliche Reaktionen aus. Laut der CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann könne sich die Schweiz mit dem Resultat nicht rühmen: «Wir haben also doch nicht die beste Armee, wie wir sie einmal wollten.» Die Schweizer Armee müsse sich steigern. «Ein Platz unter den ersten 20 wäre sicher erstrebenswert.» Glanzmann will das mit guter Ausrüstung am Boden und in der Luft erreichen. «Dazu müssen wir die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen.»

Für SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher zeige das Ranking hingegen, dass das «Klagelied» von Bundesrat Maurer nach der Gripen-Abstimmung unbegründet sei. «Stattdessen erwarten wir im Rahmen der Weiterentwicklung der Armee Vorschläge für eine zeitgemässe Armee mit einem kleineren, dafür gut ausgebildeten Personalbestand.»

Ähnlicher Meinung ist Parteikollegin Evi Allemann. Die Rangliste zeige zwar, dass die Armee viel Feuerkraft habe, sage aber noch nichts über die Qualität aus. «Viel Kraft und wenig Hirn ist nicht das, was wir wollen.»

Ranking spielt für Armee keine Rolle

SVP-Nationalrat Jakob Büchler zeigt sich im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern der Sicherheitskommission erfreut über das Resultat. «Es ist wie im Sport: Wenn man vorne mit dabei ist, dann muss man auch schauen, dass man nicht zurückfällt.» Die Schweiz müsse zwar keine Angriffsarmee haben, «aber wir müssen unser Land gegen jegliche Angriffe verteidigen können - seien sie nun elektronischer oder auch terroristischer Natur».

Der Index ist auch der Armee bekannt. «Einen Einfluss auf unsere Tätigkeit hat er jedoch keinen», sagt deren Sprecher Walter Frik. Die Schweizer Armee stelle den Schutz der Schweiz und ihrer Bevölkerung im Rahmen der Vorgaben von Bundesrat und Parlament sicher. «Dabei spielt es keine Rolle, ob wir nun in einem solchen Vergleich vorne oder hinten liegen», so Frik.

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