Aktualisiert 23.01.2008 16:07

«Max & Co»: Jetzt wirds ernst

Der bisher teuerste Schweizer Film, «Max & Co», hatte die Ehre am Montag die 43. Solothurner Filmtage zu eröffnen. Doch an den Kinokassen muss er sich erst noch ab Mitte Februar beweisen.

Die Zwillinge Samuel und Frédéric Guillaume, die für die Regie von «Max & Co» zuständig waren, dürften mit dem bisherigen Schweizer Medienecho ihres Films zufrieden sein. Der teuerste Schweizer Film aller Zeiten - 30 Millionen Franken - ist für den Filmpreis in der Kategorie «Best Fiction Film» nominiert, hatte zuvor beim Festival international du film d'animation von Annecy den Publikumspreis gewonnen und durfte auch, in Anwesenheit von Bundespräsident Pascal Couchepin die 43. Solothurner Filmtage eröffnen. Ausserdem äusserten sich die meisten Filmkritiker wohlwollend über «Max & Co». «Technisch gut gemacht, Story ein wenig dünn», so lautet der Tenor unter den Filmexperten.

Filmkosten: Segen oder Fluch?

In der Schweizer Filmlandschaft steht der Animations-Streifen einzigartig da. Bisherige kommerzielle Kinofilme aus der heimischen Produktion benötigten nur einen Bruchteil des «Max & Co»-Budgets. Beispielsweise beliefen sich die Produktionskosten der erfolgreichen Militär-Klamotte «Achtung, fertig, Charlie!» auf im Vergleich fast schon lächerliche 1,8 Millionen Franken. Und auch die Kosten für «Mein Name ist Eugen», der mit 6 Millionen Franken als einer der teuersten CH-Filme gilt, wirken neben Max verschwindend gering. Und da stellt sich auch die Frage: Ist das nun ein Segen oder ein Fluch für «Max & Co»? Wird das Prädikat «teuerster Film aller Zeiten» genug Besucher in die Kino locken können? Oder müssen die Guillaume-Brüder möglichst viele ausländische Filmverleiher finden, um die Kosten überhaupt einspielen zu können?

Schweiz bäckt Kleinstbrötchen

Was für die Schweiz als teuer im Filmbiz gilt, deckt in den USA gerade mal die Portokasse einer Gross-Produktion. Die Top Ten der teuersten Major-Filmproduktionen der USA lassen keine Zweifel: Im - zugegebenermassen nicht ganz fairen - Vergleich dazu, bäckt das Schweizer Filmbiz Kleinstbrötchen. Jeder kommerziell orientierte Schweizer Filmemacher würde wahrscheinlich in Freudentränen ausbrechen, wenn er nur die Hälfte des Budgets des Letztplatzierten auf dieser Top Ten-Liste zur Verfügung hätte. Dort findet sich «Spider-Man 2» mit Gesamtkosten von 211 Millionen Dollar wieder. Peter Jackson hatte bei «King Kong» (Platz 9) so ziemlich die gleiche Summe plus eine halbe Million mehr zur Verfügung. Alle weiteren «teuersten Filme aller Zeiten» finden Sie in unserer Bildstrecke.

Autor: tom

Trailer von «Max & Co»

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