Aktualisiert 21.12.2012 18:45

Neuanfang statt Ende

Maya versammeln sich zu erstem Sonnenaufgang

Ihr Kalender ist der Grund für die Weltuntergangs-Panik. Doch die Maya selbst sehen das Ende der «Langen Zählung» mehr als Neubeginn und zelebrieren deshalb den ersten Sonnenaufgang.

Dutzende Maya-Priester haben sich am Freitag zu Sonnenaufgang an der Ruine von Tikal in Guatemala versammelt. Mit der Begrüssung der ersten Sonnenstrahlen wollen sie statt dem Weltuntergang den Beginn einer neuen Ära feiern.

Rund um ein Feuer im Zentrum des Hauptplatzes der im Dschungel gelegenen Ausgrabungsstätte verbrannten die Priester Kerzen und Harz von 13 verschiedenen Bäumen. Als Ehrengäste nahmen Guatemalas Präsident Otto Pérez und seine Kollegin aus Costa Rica, Laura Chinchilla, an der Zeremonie teil.

Hoffnung für neue Epoche

Während der Feier beteten die Priester für Einheit, Frieden und ein Ende von Diskriminierung und Rassismus. Zudem äusserten sie in ihren Gebeten die Hoffnung, dass die beginnende neue Epoche von 5200 Jahren eine «neue Morgendämmerung» bedeute.

Die Maya machen in Guatemala 40 Prozent der 14,3 Millionen Einwohner aus, leben aber häufig unter ärmlichen Bedingungen. Tikal liegt 550 Kilometer nördlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt.

Die Feiern zum Ende des vorangegangenen 5200 Jahre umfassenden Zeitzyklus hatten in Tikal am Donnerstagabend mit traditionellen Tänzen vor der grossen Pyramide begonnen. Der Platz vor der Pyramide war speziell beleuchtet.

Proteste gegen Feier

Gegen die offizielle Feier in Tikal hatten am Donnerstag etwa 200 Ureinwohner Guatemalas protestiert. Das Maya-Volk nehme nicht an dem für Freitag geplanten Ereignis teil, erklärte der Chef der Vereinigung der Indigenen Organisationen von Petén, José Cac. Es handle sich um eine «rassistische und diskriminierende Feier», von der die Maya ausgegrenzt würden.

Ausser in Guatemala versammelten sich auch in Mexiko und Honduras Menschen zu Maya-Zeremonien. Der zeitliche Schnitt im Maya-Kalender gab Esoterikern in aller Welt Anlass zur Annahme, die Welt würde am Freitag untergehen. Viele suchten Zuflucht an als sicher geltenden «mystischen» Orten. (sda)

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