Aktualisiert 16.06.2017 09:20

Maur ZH

Mazda-Fahrer hängt sich an Krankenwagen

Der Fahrer eines Mazda RX-8 verfolgte einen Krankenwagen und fuhr nahe auf ihn auf. Wegen Beweismangel muss er nun lediglich 800 Franken zahlen.

von
bec
Wegen fehlender Beweise konnte dem Fahrer nicht viel angelastet werden. (Symbolbild)

Wegen fehlender Beweise konnte dem Fahrer nicht viel angelastet werden. (Symbolbild)

Keystone/Gaetan Bally

Der Rettungsdienst Männedorf rückte aus, um einem Mann mit schweren gesundheitlichen Problemen in Maur zu Hilfe zu kommen. Wegen der Dringlichkeit des Falls fuhren sie mit Blaulicht los. Dies nutzte ein junger Sportwagenfahrer aus: Er hängte sich an den Rettungswagen und folgte ihm in kurzem Abstand, wie der «Zürcher Oberländer» berichtet.

Der Vorfall erreignete sich im September 2016. Laut dem Rettungssanitäter ist der Lenker des Mazda RX-8 dem Krankenwagen während der Fahrt gefährlich dicht aufgefahren. Den Abstand schätzt er auf nur zweieinhalb bis drei Meter – und das bei 90 km/h, da für Blaulicht-Fahrzeuge andere Verkehrsregeln gelten. Das ist insbesondere deshalb kritisch, da es zu einer Kollision gekommen wäre, wenn der Rettungswagen plötzlich hätte anhalten müssen. Der Mazda-Fahrer folgte dem Rettungswagen auch auf mehreren Überholmanövern und bei einem Kreuzungsübergang.

Mit geringer Strafe davongekommen

Die Polizei sah in diesem Verhalten eine schwere Verkehrsregelverletzung. Eine solche kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Der Mazda-Fahrer kam jedoch mit einer Busse von 400 Franken und den Verfahrensgebühren von weiteren 400 Franken davon. Wegen Mangel an Beweisen konnte die Staatsanwaltschaft ihm nur einfache, fahrlässige Verkehrsverletzung anrechnen. Da der Mann bestreitet, so nahe auf den Rettungswagen aufgefahren zu sein, und es keine Zeugenaussagen gab, konnte nur Fehlverhalten in einer baustellenbedingten Strassenverengung bewiesen werden.

Noch vor zwei Jahren hätte den jungen Mann eine härtere Strafe erwartet. Bis dahin mussten mindestens 100 Meter Abstand zu einem Blaulichtfahrzeug eingehalten werden. Diese Regelung wurde aufgehoben – zum Leidwesen der Blaulichtorganisationen. Michael Schumann, Präsident der Rettungssanitäter Schweiz, sieht im Auffahren auf ein Sanitätsfahrzeug eine Gefährdung von Rettungsteam und Bevölkerung. Schumann: «Wir würden uns wünschen, dass alle solchen Vorfälle auch im Sinne der Prävention von der Justiz klar geahndet werden.»

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