Mazedonien hat gewählt
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Mazedonien hat gewählt

Neun Wochen nach dem tödlichen Flugzeugabsturz des mazedonischen Staatspräsidenten Boris Trajkovski ist Ministerpräsident Branko Crvenkovski zu seinem Nachfolger gewählt worden.

Der 41-jährige Sozialdemokrat erhielt bei der Stichwahl am Mittwoch 62,6 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie die Wahlkommission in der Hauptstadt Skopje mitteilte. Sein 42-jähriger Gegenkandidat Sasko Kedev von der nationalkonservativen VMRO-DPMNE, der 37,3 Prozent erhalten hatte, bezeichnete das Wahlergebnis als «Fälschung» und verlangte Neuwahlen.

Kedev behauptete, die Wahlbeteiligung habe unter 50 Prozent gelegen, deshalb wolle er den Sieg seines Gegners «niemals» anerkennen. Die OSZE-Beobachter sprachen zwar von Unregelmässigkeiten. Diese hätten aber keinen entscheidenden Einfluss auf das Endergebnis.

Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben mit 53,4 Prozent über der gesetzlich notwendigen 50-Prozent-Hürde. Wahlberechtigt waren rund 1,7 Millionen Mazedonier.

Crvenkovski hatte sich bereits am Mittwochabend zum Sieger erklärt. Vor begeisterten Anhängern seines Sozialdemokratischen Bundes (SDSM) sagte er: «Mazedonien hat heute bewiesen, dass es ein echter europäischer Staat ist, und hat damit eine grosse Demokratie- Prüfung bestanden.»

Die Wahl hätten jene verloren, die Mazedonien in die Vergangenheit stürzen wollten, sagte er.

Nach der Übernahme des neuen Amtes muss Crvenkovski als Regierungschef zurücktreten. Das bedeutet, laut Verfassung, auch den Rücktritt seines Kabinetts. Die bisher regierende Koalition hat eine bequeme Mehrheit im Parlament. (sda)

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