Aktualisiert

FührungswechselMcCann neuer Amerikachef von UBS

Die UBS hat einen neuen Chef für ihr Vermögensverwaltungsgeschäft in Nord- und Mittelamerika: Robert McCann wird ab sofort die Leitung der Division übernehmen, welche die Grossbank Anfang Jahr nach den Steuerdelikten in den USA geschaffen hat.

McCann wird auch Einsitz in die Geschäftsleitung der UBS nehmen, wie es in der Mitteilung vom Dienstag heisst. Das Wealth Management Americas umfasst die 320 Niederlassungen in den USA, Puerto Rico und Kanada. Die knapp 8000 Finanzberater verwalten für reiche Privatkunden Vermögen in Höhe von insgesamt 695 Mrd. Franken.

Der 51-jährige McCann war über 26 Jahre bei der US-Grossbank Merrill Lynch, zuletzt als Leiter des globalen Vermögensverwaltungsgeschäfts. Er verliess das Institut im Januar 2009 - damals schloss die Bank of America die Mitte September 2008 angekündigte Übernahme von Merrill Lynch ab.

Eine Klausel in seinem Arbeitsvertrag verhinderte, dass McCann bereits im Sommer zur Konkurrentin UBS wechselte. Erst nach einer Klage McCanns gegen die Bank of America konnte er seine neue Stelle antreten, wie er in einer Telefonkonferenz erklärte.

Tief in den roten Zahlen

McCann muss nun den ramponierten Ruf der UBS-Vermögensverwaltung in den USA aufpolieren. Ihm steht eine schwierige Aufgabe bevor: Im zweiten Quartal 2009 wies die Division einen Verlust von 221 Mio. Fr. aus und verzeichnete einen Geldabfluss in Höhe von 5,8 Mrd. Franken.

«Mein Ziel ist es, das beste, nicht das grösste Wealth Management in Amerika zu etablieren», sagte McCann laut der Finanznachrichtenagentur AWP in der Telefonkonferenz. Der Fokus liege dabei in nächster Zeit auf den Kosten.

Spekulationen, dass die UBS das US-Vermögensverwaltungsgeschäft verkaufen wolle, wies McCann zurück. Die Bank glaube an dieses Geschäft und seine Aufgabe sei es, es weiterzuentwickeln und Wachstum zu erzielen.

Vorgänger verlässt UBS

Er werde im Rahmen eines Exekutiv-Mitglieds der Bank entlöhnt, sagte McCann weiter. «Ich haben keinen garantierten Bonus.»

Der neue Manager habe einen ausgezeichneten Ruf als motivationsstarke und umsichtige Führungspersönlichkeit, wird UBS- Chef Oswald Grübel in der Mitteilung zitiert. Er sei überzeugt, dass es McCann gelingen werde, die Division auf ein höheres Leistungsniveau zu bringen.

McCann übernimmt die Leitung von Marten Hoekstra, der das Wealth Management Americas seit Februar 2009 geführt hat, als die UBS es organisatorisch vom restlichen Vermögensverwaltungsgeschäft trennte. Hoekstra wird laut McCann die UBS verlassen.

Grösse dank Übernahme von Paine Webber

Das gewichtige Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS in den USA geht auf den Kauf der New Yorker Privatbank Paine Webber im Jahr 2000 zurück: Damit waren auf einen Schlag die Hälfte der Vermögensverwaltungskunden Amerikaner.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.