22.02.2017 10:40

Pommes mit neuen Saucen

McDonald's bringt die 1300-Kalorien-Sünde

Pommes mit einer Käse-Speck- oder Guacamole-Sauce: Was halten Gäste davon und wie kommen neue Produkte bei McDonald's überhaupt in die Filialen?

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pam/bec

Wie schneiden die Chili-Cheese-Fries von Burger King im Vergleich zu den Speck-Pommes von McDonald's ab? (Video: pam/bec)

In Australien gibt es sie mit Bratensauce und Chili-Sour-Cream-Topping: Jetzt kommen in Sauce getunkte Pommes frites auch in die Schweiz: Seit Montag verkauft McDonald's die sogenannten Fun-Fries mit Speck-Käse- oder Tomaten-Guacamolesauce auch bei uns.

Und die Pommes frites von McDonald's haben es in sich: Die grosse Portion der Käse-Speck-Version schlägt mit 1285 Kalorien zu Buche, bei den Pommes mit Guacamole sind es immerhin noch 959. Am Dienstag wies McDonald's auf seiner Website für die Speck-Variante noch einen Nährwert von 1700 Kalorien aus. Dass dies inzwischen online geändert wurde, liegt laut Deborah Murith von McDonald's an einem «Berechnungsfehler», da die korrekten Zahlen tiefer lägen.

Auch Konkurrent Burger King hat mit den Chili-Cheese-Fries bereits ein ähnliches Produkt im Angebot. Wie die Pommes der beiden Marktführer im 20-Minuten-Test auf der Strasse abschneiden, sehen Sie im Video.

Die Fun-Fries sind in Australien sehr beliebt

Doch wie kommen Fast-Food-Riesen wie McDonald's überhaupt auf die Idee, ihren Kunden Pommes mit Sauce vorzusetzen? «Wir lassen uns unter anderem vom Angebot von Filialen in anderen Ländern inspirieren», sagt die Kommunikationsverantwortliche Deborah Murith von McDonald's zu 20 Minuten. In Australien seien die Pommes mit Topping sehr beliebt, darum habe man das Angebot nun auch in die Schweiz gebracht. Laut Murith ist das aber nur eine der Strategien, die bei der Lancierung neuer Produkte eine Rolle spielen.

«Wir beobachten Food-Trends sehr genau und haben ein mindestens dreiköpfiges Produktentwicklungsteam, das sich darum kümmert», sagt Murith. Ein Beispiel aus deren Arbeit sei neben den Fun-Fries der kürzlich lancierte Quinoa-Burger.

Einführung kann Monate dauern

Bevor solche Ideen jedoch Form annehmen, werden sie von internen Testpersonen degustiert. Dann folgt der Reality-Check. Dabei wird das Produkt in ausgewählten Restaurants im Test angeboten. «Wenn es bei den Gästen gut ankommt, führen wir es ein», so Murith. Während die Weiterentwicklung eines bestehenden Produkts wie den Guacamole-Pommes relativ rasch umgesetzt werden kann, dauert es bei einem komplett neuen Produkt mehrere Monate.

Neue Kunden zu gewinnen, hat McDonald's nötig: Zwischen 2014 und 2015 sank der Umsatz in der Schweiz um 30 Millionen auf 701 Millionen Franken. Der Fast-Food-Markt ist umkämpft: Einerseits drängen neue Anbieter mit gesundem, schnellem Essen auf den Markt, andererseits herrscht zwischen den klassischen Anbietern wie McDonald's und Burger King ein Verdrängungskampf. Gastro-Kenner Leo Egloff sagte zu 20 Minuten: «Der Fast-Food-Markt in der Schweiz ist am Zenit angekommen.»

Fast-Food-Riesen setzen auf Spezialangebote

Ein Ausweg sollen neue Burger und Menüs bieten, die neben den Stammkunden auch neue Gäste ins Restaurant locken könnten. Bei McDonald's werden jährlich 20 Prozent des 90 Produkte umfassenden Sortiments saisonal getauscht: Die Fun-Fries kommen rein, die Rösti-Fries gehen raus. Burger King hält auf Anfrage fest, dass man ebenfalls kontinuierlich an neuen Angeboten arbeite und bereits im April 2016 die sogenannten Angry Fries mit Jalapenos im Angebot hatte.

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