Aktualisiert 27.07.2016 08:24

Engpass

McDonald's geht das Schweizer Rindfleisch aus

Der Schweiz fehlen die Schlachtkühe: Der hiesige Ableger des Burger-Braters McDonald's muss sein Rindfleisch darum in Österreich beziehen. Werden die Burger bald teurer?

von
S. Spaeth
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McDonald's Schweiz muss ab August einen Teil seines Rindfleisches aus Österreich importieren.

McDonald's Schweiz muss ab August einen Teil seines Rindfleisches aus Österreich importieren.

AP/Gene J. Puskar
Der Grund für die Rindfleisch-Knappheit bei McDonald's: Der Schweiz fehlen die Schlachtkühe.

Der Grund für die Rindfleisch-Knappheit bei McDonald's: Der Schweiz fehlen die Schlachtkühe.

Keystone/Alessandro Della Bella
Aufgrund des tiefen Milchpreises halten die Schweizer Bauern immer weniger Milchkühe.

Aufgrund des tiefen Milchpreises halten die Schweizer Bauern immer weniger Milchkühe.

Keystone/Regina Kuehne

Die Fastfoodkette McDonald's gibt sich in der Schweiz gerne schweizerisch. So kreiert der Schweizer Starkoch René Schudel regelmässig Burger oder die Kette betont, ein bedeutender Partner der hiesigen Klein- und Mittelbetriebe der Schweizer Landwirtschaft zu sein. Laut eigenen Angaben stammen 80 Prozent der von McDonald's verwendeten Zutaten aus der Schweiz.

Diese Zahl sinkt nun aber etwas. McDonald's Schweiz muss nämlich ab August einen Teil seines Rindfleisches aus Österreich importieren. «Mit Besorgnis verfolgen wir seit mehreren Jahren, dass es schwierig ist, genügend Schweizer Kuhfleisch zu einem konkurrenzfähigen Preis einzukaufen», sagt Rainer Rufer, Head of Department Supply Chain von McDonald's. Darum kauft der Burgerbrater ab August für rund zwei Monate einen Fünftel seines Rindfleisches in Österreich ein. Letztmals hatte Mc Donald's Schweiz 2008 Rindfleisch aus Österreich bezogen.

Kühe bleiben länger auf der Alp

Einen Strich durch die Rechnung macht McDonald's, dass die Schweizer Bauern aufgrund des tiefen Milchpreises immer weniger Milchkühe halten. Das zeigen auch die Zahlen aus der sogenannten Tierverkehrsdatenbank. So sind bei den Rassen Brauvieh und Swiss Fleckvieh die Geburten im vergangenen Jahr um rund 5 Prozent zurückgegangen. In den Sommermonaten behalten die Bauern ihre Tiere zudem länger auf der Weide, weshalb in dieser Zeit Schweizer Kuhfleisch laut McDonald's besonders rar ist.

Die Rinderknappheit in der Schweiz hat ausserdem dazu geführt, dass das Preisniveau für Schweizer Kuhfleisch aktuell 28 Prozent höher ist als im Jahr 2008. Steigt darum bald der Preis der Burger? McDonald's-Schweiz-Sprecherin Aglaë Strachwitz erklärt: «Unsere unverbindlichen Preisempfehlungen versuchen wir über das Jahr konstant zu halten, um unseren Gästen eine einfache Orientierung auf lange Zeit zu bieten.»

Hoher Tierschutzstandard

Strachwitz betont, dass der Tierschutzstandard in Österreich höher sei als im Rest der EU. Die Grundlagen seien mit dem Schweizer Gesetz identisch. Dies erhöhe die Akzeptanz des Rindfleisches bei Schweizer Konsumenten. Ausserdem bestehe eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Schweizer Fleischverarbeiter Bell und österreichischen Bauern und Lieferanten, was den Bezug des Fleisches erleichtere.

Bis anhin setzte McDonald's auf seiner Website, in den Restaurants und in den Werbekampagnen prominent auf den Claim «100 Prozent Schweizer» Rindfleisch. Dies wird nun geändert. Während des Zeitraums, in dem der Burgerbrater teilweise Rindfleisch aus Österreich verwendet, passt McDonald's laut Strachwitz die Herkunfsdeklarationen in den Restaurants sowie die entsprechenden Passagen in Logos und dem Online-Auftritt an.

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