Neues Geschäftsfeld: McDonald's steigt in Markt mit Kaffeekapseln ein
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Neues GeschäftsfeldMcDonald's steigt in Markt mit Kaffeekapseln ein

Die Fastfood-Kette will die heimischen Kaffeemaschinen erobern und steigt in den Markt mit Kaffeekapseln ein. Es winkt ein Milliardengeschäft.

von
sas
Der Burger-Brater McDonald's gilt in den USA als Geheimtipp, was schnellen und günstigen Kaffee anbelangt.

Der Burger-Brater McDonald's gilt in den USA als Geheimtipp, was schnellen und günstigen Kaffee anbelangt.

McDonald's steckt in seinem Heimatland in der Krise. Die Fastfood-Kette kämpft in den USA mit Kundenschwund - und sinkenden Einnahmen. Im ersten Quartal 2015 ging der Gewinn um 5 Prozent zurück. Nun versucht der Fastfood-Riese in neue Märkte vorzustossen und will seinen Kaffee in die Regale der Supermärkte bringen. Zuerst in den USA.

Der Burger-Brater gilt in den USA als Geheimtipp, was schnellen und günstigen Kaffee anbelangt. Verlangt Starbucks für den aufgebrühten Kaffee 2,25 Dollar, sind es bei McDonald's nur 1,30 Dollar, wie das «Handelsblatt» berichtet. Dieser McDonald's-Kaffee soll nun die heimischen Stuben erobern. Und zwar dank Verkäufen der gemahlenen Bohnen und dank der Kaffeekapseln. Letztere gelten wegen der hohen Margen als Goldgrube. Der Kaffeemarkt wird in den USA auf 12,8 Milliarden Dollar geschätzt und soll in vier Jahren auf 15,2 Milliarden steigen.

Als Starttermin für die Verkäufe von acht Kaffeemischungen nennt McDonald's das kommende Jahr. «Die Verkäufe werden die Bekanntheit der Marke McCafé steigern. Das wird uns den Zugang zur Personengruppe ermöglichen, die ihren Kaffee derzeit zuhause zubereitet», sagt Greg Watson, Vizepräsident für Menu-Innovation, zu Burgerbusiness.com. Die Frage, welche Mengen McDonald's abzusetzen plane, beantwortete Watson lediglich mit «eine ganze Menge». McCafé ist eine Partnerschaft mit dem Nahrungsmittelriesen Kraft Foods. Die McDonald's-Kaffeekapseln sollen in die Maschinen des US-Herstellers Keurig passen, der im Besitz von Coca-Cola ist.

Keine Kapseln für die Schweiz

McDonald's-Schweiz -Sprecherin Aglaë Strachwitz will sich auf Anfrage von 20 Minuten nicht zu den Gründen der US-Offensive äussern. Für die Schweiz sei derzeit nichts Ähnliches geplant, wobei man immer beobachte, wie die anderen Ländergesellschaften vorgehen würden. Wer in der Schweiz in einem der 160 McDonald's-Restaurants oder in einem der 60 McCafés einen Kaffee bestellt, erhält frisch aufgebrühten Kaffee. Die Bohnenmischungen, die McCafé ebenfalls verkauft, werden bei der Luzerner Firma Rast geröstet.

Michael Schaefer, Chefanalyst für den Getränkemarkt bei Euromonitor, sieht die Offensive von McDonald's als «Herausforderung für die etablierten Marken in den USA». Das gelte insbesondere für abgepackten Kaffee im Supermarkt. Der hohe Bekanntheitsgrad von McDonald's zusammen mit der Marktmacht von Kraft könne einen echten Eindruck hinterlassen, so Schaefer zum «Handelsblatt».

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