18.05.2016 13:38

Abwärtstrend

McKinsey warnt vor langfristiger Börsenflaute

Schlechte Aussichten für Anleger: Laut McKinsey wird die Rendite von Aktien in den nächsten 20 Jahren deutlich sinken. Das bedeute weniger Vorsorgekapital oder längeres Arbeiten.

von
sas
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Laut Analysen des McKinsey Global Institute (MGI) konnten Investoren in den USA und in Europa zwischen 1985 und 2014 im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 7,9 Prozent erzielen: Die Skulptur eines Bullen als Metapher für steigende Börsenkurse im New Yorker Finanzbezirk.

Laut Analysen des McKinsey Global Institute (MGI) konnten Investoren in den USA und in Europa zwischen 1985 und 2014 im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 7,9 Prozent erzielen: Die Skulptur eines Bullen als Metapher für steigende Börsenkurse im New Yorker Finanzbezirk.

Mary Altaffer/ap
Doch auf fette Gewinne an den Börsen können sich Anleger und Vorsorgeeinrichtungen nicht mehr verlassen, so McKinsey: Im Bild CEO Dominic Barton.

Doch auf fette Gewinne an den Börsen können sich Anleger und Vorsorgeeinrichtungen nicht mehr verlassen, so McKinsey: Im Bild CEO Dominic Barton.

Keystone/Alessandro Della Bella
Den Hauptgrund für die vergangenen Hausse-Jahre an der Börse sehen die McKinsey-Berater in der wirtschaftlichen Erholung nach den von Krisen geschüttelten Siebzigerjahren.

Den Hauptgrund für die vergangenen Hausse-Jahre an der Börse sehen die McKinsey-Berater in der wirtschaftlichen Erholung nach den von Krisen geschüttelten Siebzigerjahren.

Keystone/Anthony Anex

Man mag es kaum glauben: Dotcom-Blase, Subprime- und Finanzkrise. Und dennoch lagen die Kapitalerträge in Europa und den USA in den letzten 30 Jahren deutlich über dem Langfristtrend des letzten Jahrhunderts. Zu diesem Schluss kommen die Berater von McKinsey in einer neuen Studie. Anders gesagt: Auf fette Gewinne an den Börsen konnten sich Anleger und Vorsorgeeinrichtungen in der Vergangenheit verlassen.

Laut Analysen des McKinsey Global Institute (MGI) konnten Investoren in den USA und in Europa zwischen 1985 und 2014 im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 7,9 Prozent erzielen. Das ist in den USA 1,4 Prozent mehr und in Westeuropa 3 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten hundert Jahre. Selbst für risikoscheue Anleger, die in europäische Anleihen investierten, gab es zwischen 1985 und 2014 laut dem Report noch eine Rendite jährliche Rendite von 5,9 Prozent. Diese Zahlen verstehen sich als reale Werte, das heisst unter Berücksichtigung der Teuerung.

Wirtschaftsaufschwung in den Achtzigerjahren

Den Hauptgrund für die fetten Jahre an der Börse sehen die McKinsey-Berater in der wirtschaftlichen Erholung nach den von Krisen geschüttelten Siebzigerjahren. Diese waren durch die Ölkrise bzw. den Ölpreisschock sowie durch hohe Zinsen geprägt. In den Achtzigerjahren folgte in den USA und Europa ein konjunktureller Aufschwung, verbunden mit einer steigenden Nachfrage aus Schwellenländern wie China.

Doch die fetten Jahre sind laut dem McKinsey Report wohl vorbei. Laut dem Bericht können sich Aktien-Anleger in den nächsten 20 Jahren je nach Szenario auf jährliche Renditen von 4 bis 6,5 Prozent einstellen. Das ist bis 2,5 Prozentpunkte tiefer als im 30-Jahres-Schnitt. Konservative Anleger, die nur in Anleihen investieren, können laut McKinsey auf lediglich 0 bis 2 Prozent jährliche Rendite hoffen. Zum Vergleich: In den letzten 30 Jahren warfen Anleihen jährlich 5 Prozent ab.

Sieben Jahre länger arbeiten

McKinsey schreibt, eine lange Zeit der niedrigeren Erträge würde schmerzhafte Anpassungen erfordern, Personen müssten mehr für den Ruhestand sparen oder später in Rente gehen. Laut dem Report müsste eine heute 30-jährige Person sieben Jahre länger Arbeiten oder die Sparquote verdoppeln, um die schwindenden Renditen aufzufangen. Bei Vorsorgeeinrichtungen könnten daher erhebliche Finanzierungslücken entstehen, was ihre Solvenz gefährden könnte.

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