Aktualisiert 13.09.2017 12:01

TraumtrioMCN verbreitet Schrecken

Paris St-Germain präsentiert sich auch in der Champions League als gefrässige Hydra. In Barcelona gibt der Superstar den Alleinunterhalter.

von
kai
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Ein Bild, an das man sich gewöhnen muss: Kylian Mbappé, Edinson Cavani und Neymar - kurz: MCN - zerzausen dezeit Gegner um Gegner.

Ein Bild, an das man sich gewöhnen muss: Kylian Mbappé, Edinson Cavani und Neymar - kurz: MCN - zerzausen dezeit Gegner um Gegner.

AFP/Franck Fife
Beim 5:0 in der Champions League gegen Celtic trafen alle drei, Cavani gar doppelt.

Beim 5:0 in der Champions League gegen Celtic trafen alle drei, Cavani gar doppelt.

AFP/Franck Fife
In Barcelona ist der Fall etwas anders gelagert. Dort geht in der Offensive derzeit nahezu alles über Lionel Messi.

In Barcelona ist der Fall etwas anders gelagert. Dort geht in der Offensive derzeit nahezu alles über Lionel Messi.

Alex Caparros

Im Streben nach der Herrschaft über den europäischen Fussball hat Paris St-Germain in diesem Sommer alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Man kann von diesen grotesken Investitionen halten, was man will, als Liebhaber des gepflegten Fussballs lässt sich jedoch nicht leugnen, dass PSG momentan für das grösste Spektakel des Kontinents steht. Die Zahlen stützen diesen Eindruck: Nach sechs Partien in Meisterschaft und Champions League stehen die Franzosen bei 24 Toren.

Ähnlich der Hydra, dem mehrköpfigen Ungeheuer aus der griechischen Mythologie, verschlingen die Hauptstädter Gegner um Gegner. Seit dem Wechsel von Neymar und Jungstar Kylian Mbappé – Kaufpreis: 402 Millionen Euro – verbreiten die prominenten Herrschaften der Offensivabteilung Angst und Schrecken. Ihre beeindruckenden Zahlen:

• Edinson Cavani: 6 Spiele, 9 Tore, 2 Assists;

• Neymar: 5 Spiele, 5 Tore, 5 Assists;

• Kylian Mbappé: 2 Spiele, 2 Tore.

Am Dienstagabend, beim berauschenden 5:0 im Glasgower Celtic Park, sorgte das Mittelfeld mit Motta, Verratti und Rabiot für Ordnung und fütterte das neue Traumtrio MCN mit Bällen. Dass Trainer Unai Emery dazu noch über Alternativen wie Julian Draxler, Lucas und die derzeit verletzten Argentinier Angel Di María und Javier Pastore verfügt, ist schon fast ungeheuerlich. Die grossen Prüfungen, gerade auf internationalem Parkett, folgen zwar erst noch, aber die katarischen Millionen haben PSG diese Saison definitiv auf ein neues Niveau gehoben.

7 Tore in den letzten 3 Spielen

In Barcelona hat man nach dem Verlust von Neymar und den klaren Niederlagen im spanischen Supercup gegen Real Madrid Gegenteiliges befürchtet. Seit dem Meisterschaftsstart hat Barça jedoch kaum eine Schwäche gezeigt und noch nicht einmal einen Gegentreffer erhalten. Während sich aber in Paris die Stars mit dem Toreschiessen abwechseln, gibt es in Katalonien derzeit nur einen Hauptdarsteller in der Offensive: Lionel Messi. Etwas überspitzt liesse sich formulieren, dass der magistrale Argentinier den Karren allein zieht.

Der fünffache Weltfussballer hat sieben der zwölf Barça-Tore geschossen und dazu fünfmal den Pfosten getroffen – unter anderem dreimal beim Liga-Auftakt gegen Betis Sevilla (2:0), als er noch erfolglos geblieben war. Gegen Juventus Turin (3:0) gelang dem 30-Jährigen nicht nur eine Doublette, sondern er bezwang auch erstmals überhaupt Gianluigi Buffon. Natürlich war es Messi, der mit seinem Querpass in den Strafraum Sturaros Rettungsaktion provozierte, die Rakitic das 2:0 ermöglichte.

MSD, MDS oder LOL?

Noch ist Messi der Alleinunterhalter, das könnte sich aber bald ändern. Dann nämlich, wenn sich Luis Suárez wieder seiner Topform nähert und sich der sündhaft teure Ousmane Dembélé im katalanischen Ensemble zurechtgefunden hat. Die Nervosität prägte seine ersten Gehversuche im Barça-Trikot am Samstag gegen Espanyol und drei Tage später gegen Juve, doch mit seinen Anlagen dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich der 20-jährige Franzose seinen Buchstaben neben den beiden Weltstars verdient. Auf dass der nächste gefürchtete Dreizack entsteht! Wie die Öffentlichkeit ihre Initialen dann wohl kombinieren wird? MSD, MDS? Oder vielleicht – in Anlehnung an ihre Vornamen – LOL?

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