Nach Fingerbiss: McSorley will Verfahren gegen Gamache
Aktualisiert

Nach FingerbissMcSorley will Verfahren gegen Gamache

Einzelrichter Reto Steinmann hat entschieden, dass er von sich auch kein Verfahren gegen SCB-Schillerfalter Simon Gamache eröffnet. Das passt Servette-Trainer Chris McSorley gar nicht.

von
Klaus Zaugg
Chris McSorley. Der Servette-Trainer möchte SCB-Stürmer Simon Gamache bestraft sehen. (Bild: Keystone)

Chris McSorley. Der Servette-Trainer möchte SCB-Stürmer Simon Gamache bestraft sehen. (Bild: Keystone)

Gamache wird vorgeworfen, er habe im zweiten Finalspiel seinen Gegenspieler Thomas Déruns gebissen. Steinmann hat wegen Beweisnot von sich aus kein Verfahren eröffnet (20 Minuten Online berichtete).

Doch nun verlangt Servette-General Chris McSorley offiziell ein Verfahren gegen Simon Gamache. Steinmann wird am Donnerstagvormittag entscheiden, ob er diesen Begehren entspricht oder nicht.

Geringe Chance für McSorley

Der Fall ist deshalb heikel, weil erstens der Biss durch Arztzeugnis bewiesen sein muss, zweitens der Nachweis erforderlich ist, dass der Biss denn tatsächlich von Gamache stammt und drittens die Möglichkeit besteht, dass Gamache aus Notwehr gebissen haben könnte: Vielleicht ist ja der Finger von Déruns beim Zweikampf versehentlich zwischen die Zähne von Gamache gelangt.

Schliesslich und endlich wäre dann noch zu untersuchen, ob nicht auch ein Verfahren gegen SCB-Trainer Larry Huras eröffnet werden müsste: Es könnte ja sein, dass er von seinen Spielern in Playoffinale generell Biss vor dem Tor und in den Zweikämpfen gefordert hat - was im weitesten Sinne eine Aufforderung zur Straftat wäre. Woraus wir ersehen: Dieser Fall ist eigentlich absurd, die Gefahr, dass so ein Verfahren zur juristischen Folklore verkommt und am Ende des Tages das Eishockey lächerlich gemacht wird, ist erheblich.

Ohnehin begibt sich Chris McSorley mit diesem Strafantrag auf dünnes Eis: Er ist im Umgang mit den Schiedsrichtern und Liga-Autoritäten ja auch bissig.

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