Aktualisiert 01.02.2012 10:29

Nach BetrugsvorwürfenMedia Markt will Kunden nicht mehr täuschen

Discounter Media Markt verpackt zurückgebrachte Artikel ein zweites Mal und verkauft sie wieder als neu. Ein Aufschrei ging durch die Schweiz, als dies unlängst bekannt wurde. Nun verspricht die Kette Besserung.

von
rme
Eine Kundin informiert sich im Media Markt über eine Waschmaschine. Künftig zeigt ein Aufkleber am Gerät an, ob es bereits einmal verkauft worden ist.

Eine Kundin informiert sich im Media Markt über eine Waschmaschine. Künftig zeigt ein Aufkleber am Gerät an, ob es bereits einmal verkauft worden ist.

Vor drei Wochen brachte ein Bericht des «Kassensturz» den Stein ins Rollen. Der Media Markt nehme Artikel von Kunden zurück, verpacke sie nochmals und stelle sie als absolut neuwertiges Produkt wieder ins Regal. Damals sprach der Schweizer Chef der Kette, Michael Rupp, noch von Einzelfällen.

Nach der Ausstrahlung meldeten sich unzählige Kunden, auch bei 20 Minuten Online, denen genau dies passiert war. Und in der SF-Sendung packten am Dienstagabend weitere ehemalige Mitarbeiter aus, um von den Machenschaften zu erzählen. «Der Kunde merkt das nie und nimmer», sagte ein Ex-Angestellter, «Es war die Weisung des Chefs» ein anderer.

Klare Kennzeichnung der Occasions-Artikel

CEO Rupp will weiterhin nichts davon wissen, dass dieses Vorgehen bei Media Markt System hat. Für ihn würde «eine Welt zusammenbrechen», wenn sich dies herausstellen würde, sagte er dem «Kassensturz». Trotzdem wird die Praxis nun angepasst und zu Gunsten der Kunden transparent gemacht.

«Wir haben aus unseren Fehlern gelernt», betont Rupp. Ware, die zurückgebracht wurde, kommt weiterhin erneut in den Verkauf, wird aber klar als solche deklariert. Die Artikel erhalten einen Aufkleber, der aufzeigt, um was es sich handelt: «Kundenretoure. Technisch geprüft und mit voller Herstellergarantie» ist auf ihm zu lesen. Der Preis der Geräte werde individuell reduziert.

Sämtliche Mitarbeiter und die Chefs der Märkte würden entsprechend geschult werden, verspricht Rupp weiter. Die gleiche Regelung gilt auch für die Läden der Saturn-Kette, welche wie Media Markt zur Metro Group gehört.

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