Rechtsrutsch in Finnland: Medien schreiben von «Revolution»
Aktualisiert

Rechtsrutsch in FinnlandMedien schreiben von «Revolution»

Die Journalisten in Finnland sind sich einig: Die Wahlen vom vergangenen Wochenende waren in jeder Hinsicht aussergewöhnlich.

Aus den Wahlen vom Sonntag war die konservative Nationalpartei als Siegerin hervorgegangen.

Aus den Wahlen vom Sonntag war die konservative Nationalpartei als Siegerin hervorgegangen.

Am Tag nach der Parlamentswahl in Finnland haben die Medien des Landes am Montag angesichts der riesigen Zuwächse der Rechtspopulisten von einer «Revolution» gesprochen. Mit diesem Wort titelte die zweitgrösste Zeitung «Aamulehti» während die Boulevardzeitung «Ilta-Sanomat» die Feierlichkeiten der rechtspopulistischen Partei Wahre Finnen vom Sonntag als «Jubel einer vergessenen Nation» bezeichnete.

Der grössten Zeitung «Helsingin Sanomat» sagte Timo Soini, Parteichef der Wahren Finnen: «Wir haben die Wahlen gewonnen und die Umfragen geschlagen.» Aus den Wahlen vom Sonntag war die konservative Nationalpartei als Siegerin hervorgegangen.

Sie erreichte 44 Mandate. Die oppositionellen Sozialdemokraten landeten mit 42 Sitzen auf dem zweiten Platz, nur dicht gefolgt von den Wahren Finnen, die 39 Mandate erzielten. Bei den Wahlen vor vier Jahren hatten die Rechtspopulisten nur sechs Sitze erhalten.

Mitte grosse Verliererin

Grosser Verlierer der Wahl war die Zentrumspartei von Regierungschefin Mari Kiviniemi, die Partei entsendet nur 35 Abgeordnete ins künftige Parlament. Nach den Wahlen zeichnete sich indes eine schwierige Regierungsbildung ab.

Zwar hatten die Wahren Finnen angekündigt, sich nicht an einer Regierung beteiligen zu wollen, die Finnlands Garantiezusagen für den Euro-Rettungsfonds erhöht. Politologen erklärten jedoch, die Partei gehöre wegen ihres Erfolgs zwangsläufig in die Regierung. (sda)

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