Ärzte und bfu warnen: Medikamente am Steuer sind eine tödliche Gefahr

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Ärzte und bfu warnenMedikamente am Steuer sind eine tödliche Gefahr

Bei Unfällen aufgrund von Medikamenten- oder Drogenkonsum werden auf Schweizer Strassen jährlich rund 150 Personen schwer verletzt oder getötet.

von
lab
Medikamente und ihre Auswirkungen auf den Fahrer müssen vor der Abfahrt gecheckt werden.

Medikamente und ihre Auswirkungen auf den Fahrer müssen vor der Abfahrt gecheckt werden.

Dieter Liechti

Medikamente können die Fahrfähigkeit beeinträchtigen, doch diese Gefahr wird auf Schweizer Strassen oftmals unterschätzt. Mit einer neuen Kampagne wollen die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH und der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse deshlab alle Verkehrsteilnehmenden für das Problem des Medikamenteneinflusses sensibilisieren. Das Ziel klare: Die Zahl der schweren Unfälle soll sinken.

3500 «gefährliche» Medis und Heilmittel

Zwar ermöglichen gewisse Medikamente kranken Menschen (beisopielsweise bei Epilepsie oder Diabetes) überhaupt erst das Fahren. Doch rund 3500 in der Schweiz erhältliche Heilmittel und Medikamente können die Fahrfähigkeit beeinträchtigen, warnt das befu. Etliche Medikamente – zum Beispiel gegen Grippe, Heuschnupfen oder Migräne sowie Schmerzmittel, Blutdruckmedikamente oder die Kombination mehrerer Präparate – können die Urteilsfähigkeit, die Konzentration oder das Sehvermögen einschränken. Trotzdem sind viele dieser Arzneien rezeptfrei erhältlich.

«Erst fragen, dann fahren!»

Mit der Botschaft «Erst fragen, dann fahren!» lancieren die bfu, die FMH und der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse die Kampagne, um Patienten auf die Problematik hinzuweisen. Die Kampagne umfasst Plakate, Videos, Flugblätter sowie Warnaufkleber für Medikamentenverpackungen.

Diese Tipps können Leben retten:

- Erkundigen Sie sich bei einer Fachperson (Arzt, Apotheker, Drogist), welche Wirkungen die Heilmittel haben könnten. Oft gibt es andere, gleichermassen wirksame Medikamente, die die Fahrfähigkeit nicht beeinträchtigen.

- Eine Umstellung Ihrer Medikamente, z.B. eine andere Dosis, kann Ihre Fahrfähigkeit ebenfalls beeinflussen. Besprechen Sie dies mit einer Fachperson.

- Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Schlafmittel einnehmen: Diese können auch am Folgetag noch Wirkung zeigen.

- Halten Sie die vorgeschriebene Dosis ein oder wenden Sie sich an eine Fachperson.

- Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie Medikamente einnehmen: Er kann die Wirkung verstärken oder aufheben.

www.fragen-dann-fahren.ch.

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