Medikamente: Kinder als Versuchskaninchen

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Medikamente: Kinder als Versuchskaninchen

Die EU ordnet bei der Medikamentenzulassung ab nächster Woche vermehrt Tests an Kindern an. Auch in der Schweiz ist deshalb eine Zunahme von Medikamententests an Kleinkindern absehbar. Problematisch ist dabei, dass diese nicht für sich selber entscheiden können.

Um in Schweiz oder der EU ein Kindermedikament neu auf den Markt zu bringen, muss es zuerst an Kindern getestet werden. In Zukunft dürfte die Anzahl der durchgeführten Tests an Kinder vermehrt steigen. Denn die neue Verordnung der Europäischen Union verlangt, dass auch neuzugelassene Medikamente, die allenfalls auch für Kinder eingesetzt werden können, zuerst an ihnen getestet werden müssen.

Prof. Dr. med. Hans Kummer, Präsident der Basler Ethikkommission, sieht darin kein ethisches Problem. In einem Interview mit Radio DRS1 erklärt er, dass Tests an Kindern für Kindermedikamente unumgänglich seien, da sie über eine ganz andere Stoffwechselaktivität als Erwachsene verfügen. Die Sicherheit der Behandlung werde durch die Tests erhöht.

Er begrüsst, dass in Zukunft mehr Tests durchgeführt werden. Gäbe es keine Tests, kämen die Medikamente erst gar nicht auf den Markt, was laut Kummer ethisch viel problematischer sei.

Für den Präsidenten der Ethikkommission ist klar, dass die Versuche zuerst an Tieren, gesunden Erwachsenen und erwachsenen Patienten durchgeführt werden. Erst an letzter Stelle soll auf Kinder, Frühgeborene und Babys zurückgegriffen werden. Da Kinder noch nicht mündig sind, müssen die Eltern ihr Einverständnis geben. Für Kummer ist klar, dass auch die Kinder ihr Einverständnis geben müssen. Sind Sie noch zu klein dafür, liegt die Entscheidung bei den Eltern.

Tests sind verboten, falls Kinder von den Medikamenten nicht profitieren können, z.B. in der Alzheimer- und Prostataforschung.

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