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Mediziner rechnen mit 100 000 Asbesttoten

Betroffen seien vor allem Arbeiter, die mit dem Baumaterial vor den Asbest-Verboten in Berührung gekommen waren.

Britische Forscher rechnen mit mindestens 100 000 Asbesttoten in den Industriestaaten. Dies geht aus einer britischen Langzeitstudie hervor, die in der Fachzeitschrift «British Medical Journal» veröffentlicht wurde.

Nach Jahrzehnten könnten sich bei Betroffenen noch Krebserkrankungen am Rippenfell, Bauchfell oder Herzbeutel (Mesotheliome) entwickeln.

In Grossbritannien gebe es inzwischen pro Jahr 1800 Todesfälle durch diese Krebsarten. Dabei seien noch nicht die Lungenkrebs-Toten mitgerechnet, deren Erkrankung auf Asbest zurückzuführen sei. Das werde in der Regel nicht untersucht.

Von den 1800 eindeutig auf Asbest zurückzuführenden Todesfällen treten demnach bei weitem die meisten bei Männern auf. Jeder 200. Todesfall bei Männern sei von Asbest bedingt, bei Frauen jeder 1500.

«Der Höhepunkt steht uns noch bevor», erklären der Londoner Herzchirurg Tom Treasure und der Epidemiologe Julian Peto. In der Regel trete die Krebserkrankung 30 Jahre nach der ersten Asbest-Belastung auf, in manchen Fällen aber mehr als 50 Jahre nachher.

(sda)

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