Kaum Nebenwirkungen: Medizinisches Cannabis ist sicher
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Kaum NebenwirkungenMedizinisches Cannabis ist sicher

US-Forscher haben die Auswirkung des Cannabis-Konsums bei Schmerzpatienten untersucht und keine schweren Nebenwirkungen festgestellt.

von
jcg

Cannabis bringt Menschen mit chronischen Schmerzen und anderen Leiden Linderung. Zu diesem Schluss kam kürzlich eine vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) finanzierte Metastudie. Dafür wurden 79 klinische Studien mit insgesamt über 6000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern untersucht und statistisch analysiert. Das BAG bescheinigt Cannabis deshalb «ein vielversprechendes Heilmittelpotenzial». Doch wie sieht es mit den langfristigen Nebenwirkungen aus?

Dieser Frage gingen Forscher der kanadischen McGill-Universität nach. Sie begleiteten 431 Patienten mit chronischen Schmerzen über ein Jahr, wobei die Hälfte medizinisches Cannabis zu sich nahm und die andere Hälfte nicht. Die Wissenschaftler untersuchten Nebenwirkungen sowie Auswirkungen auf die Lungen und das Gehirn. Keiner der Teilnehmer hatte vor Beginn der Studie natürliches Cannabis zur Schmerzlinderung konsumiert.

Weniger Schmerzen – bessere Lebensqualität

Die Resultate, die im Fachjournal «Journal of Pain» veröffentlicht wurden, zeigen keine Zunahme von schwerwiegenden Nebenwirkungen bei den Cannabis-Konsumenten verglichen mit der Kontrollgruppe. Die Studie stellte bei der Cannabis-Gruppe auch keine bedeutenden Veränderungen im Gehirn fest. Das stellt einen Kontrast zu Studien dar, die in der Vergangenheit bei Kiffern Aufmerksamkeits- und Gedächtnisverlust festgestellt hatten.

Die Cannabis-Konsumenten hatten zudem weniger Schmerzen und eine verbesserte Lebensqualität verglichen mit der Kontrollgruppe. Das Ergebnis wird einzig dadurch getrübt, dass die Forscher bei der Cannabis-Gruppe eine etwas grössere Zahl von nicht gravierenden Nebenwirkungen feststellten. Dazu gehörten Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Atemprobleme, die aber allesamt schwach bis moderat ausfielen.

Die Autoren der Studie kamen insgesamt zum Schluss, dass eine Dosis von 2,5 Gramm pro Tag für die Behandlung von chronischen Schmerzen im Rahmen eines «sorgfältig geführten Schmerzprogrammes» als sicher angesehen werden kann. Sie fordern nun weitere Studien von längerer Dauer und mit mehr Teilnehmern. Die Chancen für solche Studien steigen, je mehr Staaten darüber nachdenken, medizinisches Marihuana zuzulassen. So wurde erst kürzlich der Bund damit beauftragt, im Rahmen eines Pilotprojekts den Einsatz von Cannabis als Schmerzmittel zu untersuchen.

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