Jolanda Spiess-Hegglin: Medizinisches Leiden verhindert Spontan-Sex
Aktualisiert

Jolanda Spiess-HegglinMedizinisches Leiden verhindert Spontan-Sex

Die Justiz will das Verfahren um die Zuger Sexaffäre einstellen, da Hinweise auf K.-o.-Tropfen fehlen. Nun sieht sich Spiess-Hegglin gezwungen, ein medizinisches Leiden offen zu legen.

von
kko

Die Zuger Sexaffäre schien mit der Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Freitag beendet: Sie plane das Verfahren einzustellen, liess die Staatsanwaltschaft verlauten. Zwar seien DNA-Spuren des Zuger SVP-Politikers Markus Hürlimann im Slip der Grüne-Politikerin Jolanda Spiess-Hegglin gefunden worden, Hinweise auf eine Widerstandsunfähigkeit der Politikerin durch K.-o.-Tropfen oder andere Substanzen gebe es jedoch nicht.

Dagegen wehrte sich die 34-Jährige gestern vehement. Sie würde nie an einem solchen Anlass Sex haben, ausserdem sei der SVP-Politiker gar nicht ihr Typ. Jetzt geht sie noch einen Schritt weiter und gibt ein intimes Leiden der Öffentlichkeit preis. «Ein medizinisches Problem, das bei der Geburt meines dritten Kindes entstanden ist, verunmöglicht mir spontanen, positiv erlebten Sex. Mein Liebesleben braucht sehr viel Rücksicht von meinem Ehemann auf diese gynäkologische Diagnose und vor allem viel Zeit. Und sonst tut es ganz einfach nur höllisch weh», sagt Spiess-Hegglin dem «SonntagsBlick».

SVP-Hürlimann prüft rechtliche Schritte

Diesem liegt ein entsprechendes ärztliches Attest vor, das die Diagnose einer sogenannten Gebärmuttersenkung (Descensus uteri) bestätigt. Dabei halten Muskulatur und Bänder die Gebärmutter nicht mehr in ihrer natürlichen Lage, was zum Absinken der Gebärmutter Richtung Scheide führt. Folgen sind etwa Unterleibs- und Rückenschmerzen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Ausgelöst werden kann das Leiden durch eine Geburt, schwere körperliche Arbeit oder Übergewicht.

Diagnose lässt «nicht mal an ein solches Abenteuer denken»

Nach der Zuger Landammann-Feier am 20. Dezember 2014 hatte Spiess-Hegglin geltend gemacht, der 40-jährige SVP-Politiker habe ihr K.-o.-Tropfen verabreicht und sie sexuell missbraucht. Der Angeschuldigte stellte dies stets in Abrede. Es sei zu einer Annäherung gekommen, aber einvernehmlich, sagte er. Im «SonntagsBlick» erklärt Spiess-Hegglin, mit der Diagnose einer Gebärmuttersenkung «kann ich nicht mal an ein solches Abenteuer denken».

Die «heftigen Schmerzen», die sie nach der Feier im Unterleib verspürte, liessen sie darauf schliessen, dass jemand keine Rücksicht auf ihr medizinisches Leiden genommen und gegen ihren Willen gehandelt habe. Nach einer Untersuchung im Spital machte dieses eine Meldung an die Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen einleitete.

Diese sollen nun eingestellt werden. Die Parteien können bis Ende nächster Woche noch Beweisanträge einreichen. «Ich werde einen Weg finden, das Geschehene zu verarbeiten», sagt sie der Zeitung. Ob sie neue Beweisanträge einreichen will, weiss sie noch nicht.

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