Aktualisiert 10.10.2019 09:09

LausanneMedizinstudenten sind sauer wegen Tisch-Aktion

Medizinstudenten der Universität Lausanne müssen vor den Vorlesungen um einen Sitzplatz kämpfen. Die Uni wollte Abhilfe schaffen, doch der Plan ging nach hinten los.

von
juu
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Am Freitag, 4. Oktober, entfernte die Universität Lausanne Tische aus einem Hörsaal. Dafür wurden mehr Stühle hingestellt.

Am Freitag, 4. Oktober, entfernte die Universität Lausanne Tische aus einem Hörsaal. Dafür wurden mehr Stühle hingestellt.

Screenshot/Instagram
Das Problem: Die Studenten konnten so nicht mitschreiben. Sie funktionierten deshalb die Stühle kurzerhand zu Tischen um.

Das Problem: Die Studenten konnten so nicht mitschreiben. Sie funktionierten deshalb die Stühle kurzerhand zu Tischen um.

Screenshot/Instagram
Andere bedienten sich in der Cafeteria und holten sich dort richtige Tische.

Andere bedienten sich in der Cafeteria und holten sich dort richtige Tische.

Screenshot/Instagram

«Danke, dass du uns gezwungen hast, die Cafeteria-Möbel zu stehlen», wetterten Medizinstudenten in den sozialen Netzwerken gegen die Universität in Lausanne. Die Hochschule entfernte vergangenen Freitag (4.10.2019) Tische aus dem Saal und stellte stattdessen weitere Stühle zur Verfügung. Obwohl die Massnahme nur einen Tag dauerte, löste sie einen Aufschrei unter den Studenten aus.

Auf Instagram wurden mehrere Fotos des Hörsaals gepostet. Um Notizen machen zu können, zeigten die angehenden Ärzte Kreativität. «Da viele Stühle vorhanden waren, nahmen einige von uns einen auf den Schoss, um ihn als Tisch zu nutzen», sagt ein Student gegenüber 20 Minutes. Infolgedessen sassen die Letzten auf dem Boden. Die Studenten kritisieren, dass es nicht einfach sei, unter diesen Bedingungen zu lernen. Laut der Zeitung herrscht im Studiengang eine Durchfallquote von 60 Prozent.

Uni arbeitet an Streaming-System

Laut der Geschäftsleitung der Schule sind in diesem Jahr besonders viele Medizinstudenten eingeschrieben. Der Raum sei für rund 500 Personen angelegt, werde aber von fast 730 Personen besucht.

Die Fakultät soll verschiedene Optionen untersucht haben, bevor sie die Arbeitstische entfernen liess. Seit Montag ist die ursprüngliche Aufstellung aber wieder vorhanden – und mit ihr der morgendliche Kampf um einen Sitzplatz. Doch die Uni verspricht Besserung: «Ein Live-Übertragungsgerät in einem nahegelegenen Raum wird noch in dieser Woche installiert», liess sie die Studenten wissen. Ein privates Streaming-System werde ebenfalls getestet.

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