Ex-Präsident: Medwedew löscht bedrohlichen Post – wurde sein Profil gehackt? 

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Ex-PräsidentMedwedew löscht bedrohlichen Post – wurde sein Profil gehackt? 

Der frühere Präsident macht seit Beginn des Ukraine-Kriegs mit aggressiver Rhetorik auf sich aufmerksam. In einem neuen Post verbreitete er sowjetische Grossmachts-Fantasien – dann verschwand der Eintrag.  

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Ein langer Post mit sowjetischen Grossmachts-Fantasien wurde auf dem Account Medwedews geteilt – und verschwand nach wenigen Minuten wieder. 

Ein langer Post mit sowjetischen Grossmachts-Fantasien wurde auf dem Account Medwedews geteilt – und verschwand nach wenigen Minuten wieder. 

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In dem Post sprach Medwedew Drohungen an Kasachstan und Georgien aus und schrieb, Russland werde «wieder geeint, mächtig und unbesiegbar werden, wie es vor tausend Jahren in den Tagen des altrussischen Staates war.»

In dem Post sprach Medwedew Drohungen an Kasachstan und Georgien aus und schrieb, Russland werde «wieder geeint, mächtig und unbesiegbar werden, wie es vor tausend Jahren in den Tagen des altrussischen Staates war.»

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Medwedew macht einen Hack-Angriff auf seinen Account für den Post verantwortlich. 

Medwedew macht einen Hack-Angriff auf seinen Account für den Post verantwortlich. 

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Darum gehts 

  • In einem Post auf dem Netzwerk VKontakte drohte Medwedew Kasachstan und Georgien und warf Kasachstan «Völkermord» vor. 

  • Nach wenigen Minuten verschwand der Beitrag am frühen Dienstagmorgen wieder. 

  • Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sorgt Medwedew mit immer aggressiveren Online-Beiträgen für Aufsehen. 

In der Nacht auf Dienstag wurde auf einem offiziellen Profil des ehemaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew ein Beitrag veröffentlicht, der die Souveränität ehemaliger Sowjetrepubliken infrage stellte. Nach wenigen Minuten wurde er wieder gelöscht. Medwedew macht nun einen Hackerangriff für den Post verantwortlich.

Die Administratoren des in Russland populären Online-Netzwerks VKontakte würden sich «um diejenigen kümmern, die die Seite gehackt, die gelöschte Nachricht geschrieben und veröffentlicht haben», erklärte ein Sprecher Medwedews am Dienstag gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Gelöschter Beitrag droht ehemaligen UdSSR-Staaten

Jedoch gibt es auch Zweifel an dieser Erklärung, wie die «Daily Mail» berichtet. Die Zeitung weist darauf hin, dass der Post in einem ähnlichen Stil verfasst ist, wie Medwedews andere Beiträge. User spekulieren, dass er «in der Nacht zu offen über seine Gedanken gesprochen hat».

In dem Beitrag, der auf Medwedews Profil mit 2,2 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten erschien, hiess es unter anderem, dass «alle Völker, die einst die grosse und mächtige UdSSR bewohnten, wieder in Freundschaft zusammenleben werden.»

Russland werde «mächtig und unbesiegbar, wie vor 1000 Jahren»

Gemäss «Daily Mail» schrieb Medwedew zudem, nach der «Befreiung Kiews» werde Russland «wieder geeint, mächtig und unbesiegbar werden, wie es vor tausend Jahren in den Tagen des altrussischen Staates war». Moskau werde dann «den nächsten Feldzug zur Wiederherstellung der Grenzen unserer Heimat unternehmen, die, wie Sie wissen, nirgendwo enden». 

Zudem wurde Kasachstan, das bis zur Auflösung der UdSSR die grösste Sowjetrepublik in Zentralasien war, in dem Post als «künstlicher Staat» bezeichnet und das zentralasiatische Land beschuldigt, einen «Völkermord» an der russischen Minderheit im Land zu begehen. «Solange die Russen nicht da sind, wird es keine Ordnung geben», heisst es weiter.

Zudem hiess es in dem Beitrag, dass die Kaukasusnation Georgien «nicht existierte», bevor sie im 19. Jahrhundert Teil des russischen Reiches wurde. Georgien hatte 2008 in einem Krieg gegen Moskau gekämpft.

Medwedew hat sich immer weiter radikalisiert

Medwedew war von 2008 bis 2012 Präsident Russlands und von 2012 bis 2020 Ministerpräsident. Derzeit ist er stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats. Vor seiner Wahl zum Präsidenten hatte er als Hoffnungsträger für demokratische Reformen gegolten.

Heute fällt er regelmässig durch aggressive Erklärungen auf, in denen er die Gegner Russlands unter anderem als «Degenerierte» bezeichnete oder den Einsatz von Atomwaffen in Erwägung zog. Erst kürzlich hatte er auf Telegram eine Europakarte gepostet, auf der die Ukraine auf zahlreiche andere Länder aufgeteilt wurde und sich das russische Hoheitsgebiet bis an die Grenzen Moldawiens und Rumäniens erstreckte.  

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(AFP/fis)

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