Rassismus und Fussball: Medwedew will hart durchgreifen

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Rassismus und FussballMedwedew will hart durchgreifen

Keine Gnade: Nach den wüsten Strassenschlachten zwischen Fussballfans, Neonazis und Polizisten hat der russische Präsident Medwedew mit Strafen gedroht.

Fussballfans und Neonazis halten ein Plakat vom getöteten Yegor Sviridov.

Fussballfans und Neonazis halten ein Plakat vom getöteten Yegor Sviridov.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat Unnachgiebigkeit bei der Verfolgung von Nationalisten und Fussballfans angekündigt, die sich am Samstag nahe des Kremls eine Strassenschlacht mit der Polizei lieferten. Mehr als 30 Menschen wurden dabei verletzt, drei schwer. Der Präsident schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter am Sonntag, alle, die sich nicht zu benehmen wüssten, würden zur Verantwortung gezogen. Keiner solle davonkommen.

Etwa 5000 Demonstranten erinnerten bei einer Kundgebung in Moskau an einen Anhänger des Fussballclubs Spartak Moskau, der in der Woche zuvor während eines Streits an einer Bushaltestelle erschossen worden war. Die Festnahme eines aus der Kaukasusregion Kabadino-Balkarien stammenden Verdächtigen befeuerten die schwelenden ethnischen Spannungen in der russischen Hauptstadt in den vergangenen Tagen. Auf der Kundgebung wurden unter anderem Parolen wie «Russland den Russen» skandiert.

Seit des Zusammenbruchs der Sowjetunion 1991 gewannen Neonazis und extrem nationalistische Organisationen an Zulauf. Dunkelhäutige Menschen, viele aus der Kaukasusregion und Zentralasien, wurden zu Opfern von Überfällen. Nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation erreichten derartige Übergriffe 2008 ihren Höhepunkt. Damals wurden 110 Menschen getötet und 487 verletzt. Seither haben russische Behörden den radikalsten Organisationen den Kampf angesagt. Die Zahl rassistisch motivierter Überfälle ist weiter hoch. (dapd)

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