In Opas Fussstapfen: Meeresforscher will einen Monat unter Wasser leben

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In Opas FussstapfenMeeresforscher will einen Monat unter Wasser leben

Der französische Meeresforscher Jacques Cousteau verbrachte einst 30 Tage im Meer. Sein Enkel will ihm diesen Rekord streitig machen – und gleichzeitig Umweltprobleme erforschen.

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31 Tage – so lange will Fabien Cousteau vor den Florida Keys unter Wasser verbringen. Das Ziel der sogenannten Mission 31: Forschung betreiben und den Weltrekord seines Grossvaters Jacques Cousteau brechen, der 1964 für «nur» 30 Tage ins Rote Meer abgetaucht war und sich dabei gefilmt hatte. Die Aufnahmen flossen in den Film «Die Welt ohne Sonne» ein und bescherten ihm den Oscar in der Kategorie «Bester Dokumentarfilm».

«In einem gewissen Sinn basiert meine Mission auf den Heldentaten meines Grossvaters», sagt Fabien Cousteau, der ebenfalls als Meeresforscher und Filmer arbeitet und sich das Motto seines berühmten Opas – «Wer einen Fisch filmen will, muss selbst ein Fisch werden» – zu eigen gemacht hat.

Das einzige Unterwasser-Forschungslabor

Deshalb bestieg er am Sonntag rund 80 Kilometer südlich von Miami das 14 Meter lange und drei Meter breite Unterwasserlabor «Aquarius», das einzige seiner Art. In 20 Metern Tiefe will er nun gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftlern unter anderem die Unterwasser-Tierwelt studieren und den Einfluss des Klimawandels dokumentieren.

Begleitet wird Cousteau junior bei seiner Arbeit von einem Team von Dokumentarfilmern.

Startschuss der Mission 31. (Video: Reuters)

Das ganze Projekt wird zudem live gestreamt.

«World Without Sun» — so heisst der preisgekrönte Dokumentarfilm von Jacques Cousteau im Original. (Video: Youtube/Dive Lounge)

Wer war Jacques Cousteau?

Der Franzose Jacques Cousteau (1910-1997) war ein europaweit bekannter Pionier in der Meeresforschung und deren Dokumentation mit der Filmkamera.

Weiter entwickelte er zahlreiche technische Geräte — beispielsweise ein wasserdichtes Gehäuse für seine Filmkamera und den ersten Scooter, ein motorisiertes Fortbewegungsmittel unter Wasser. Es folgten Forschungs-U-Boote sowie Gerätschaften für die Unterwasserfotografie, darunter eine tiefseetaugliche Kamera.

1950 erhielt Cousteau das ausgemusterte Minensuchboot «Calypso», das er zu einem Forschungsschiff ausbaute. Er wurde Präsident der französischen ozeanografischen Gesellschaft und Leiter des ozeanographischen Instituts von Monaco. 1967 wurde er in die Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports aufgenommen. Sechs Jahre später gründete er die Cousteau-Gesellschaft zur Erforschung und zum Schutz der Meere. Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen.

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