Aktualisiert 31.03.2019 14:11

Trauriger Fund in Bern

Meersäuli in Sack gestopft und im Müll entsorgt

In Bern hat ein Unbekannter sein Meerschweinchen im Müll entsorgt. Nur dank einem Passanten überlebte der süsse Fellknäuel.

von
miw
1 / 5
Beim Müll entdeckte ein Anwohner in Bern dieses süsse Meerschweinchen. Es war von seinem Halter offenbar entsorgt worden.

Beim Müll entdeckte ein Anwohner in Bern dieses süsse Meerschweinchen. Es war von seinem Halter offenbar entsorgt worden.

Facebook
Das kleine Tier war in einen Papiersack gestopft und zum Abfall vor dem Haus gestellt worden.

Das kleine Tier war in einen Papiersack gestopft und zum Abfall vor dem Haus gestellt worden.

In den nächsten zwei Monaten kümmern sich die Tierpfleger des Berner Tierheims in Oberbottigen um das Tier.

In den nächsten zwei Monaten kümmern sich die Tierpfleger des Berner Tierheims in Oberbottigen um das Tier.

Google

In der Berner Lorraine machte ein Anwohner neulich einen traurigen Fund: Am Grüneweg 3 entdeckte er ein ausgesetztes Meerschweinchen. Das kleine Tier war in einen Papiersack gestopft und zum Abfall gestellt worden. Eher zufällig bemerkte der Anwohner beim Müllentsorgen den raschelnden Sack.

Die Hilfe kam im letzten Moment. Denn: «Ewig hätte das Tier nicht mehr gelebt», sagt Dorothea Loosli, Chefin des Tierheim des Berner Tierschutzes, die das Meerschweinchen im Heim aufgenommen hat.

Ex-Besitzer muss mit einer Strafe rechnen

In den nächsten zwei Monaten kümmern sich die Tierpfleger der Institution in Oberbottigen um das süsse Findeltier. So besagt es das Gesetz. Erst zwei Monate nach einem Fund darf ein ausgesetztes Tier an einen neuen Besitzer weitergegeben werden – in der Zwischenzeit hätte der eigentliche Besitzer Zeit, sich zu melden. «Das wird er wohl kaum machen», meint Loosli. Denn einerseits sei es ziemlich eindeutig, dass man das Tier habe loswerden wollen. «Auch ist das Aussetzen von Tieren eine Straftat; der Entsorger würde also bestraft werden.» Im Schweizer Tierschutzgesetzt steht: «Wer vorsätzlich, das heisst mit Wissen und Willen, gegen das Aussetzungsverbot verstösst, wird mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, kombiniert mit Busse bestraft.»

Trotz drohender Konsequenzen schrecken Tierhalter vor solchen Entsorgungen nicht zurück: «Es gehört zu unserem Tagesgeschäft, Findeltiere aufzunehmen.» Manchmal wöchentlich – je nach Saison auch täglich – würden Hunde, Katzen, Kaninchen, Vögel oder Schildkröten ihrem Schicksal überlassen. Gründe dafür seien oft Überforderung, Enttäuschung oder etwa die schwindende Lust der Besitzer, sich um das Tier zu kümmern.

Legal Tiere «loswerden»

Für Loosli ist aber klar: «Wer ein Tier bei sich aufnimmt, hat eine gewisse Verantwortung.» Werde das Haustier dennoch zur Belastung, sei eine Abgabe legitim – jedoch nur auf legale Art und Weise. In solchen Fällen organisieren Tierheime wie jenes in Oberbottigen die Adoption von Tieren. Auch besteht die Möglichkeit, Tiere direkt von Privat zu Privat zu vermittelt.

Beim jungen Meerschweinchen ist derzeit noch nicht klar, wo es künftig zuhause sein wird. Auf der Facebook-Seite des Heims haben sich aber schon diverse Interessierte gemeldet. Die müssen sich nun aber noch etwas gedulden. Loosli: «Derzeit gönnen wir dem Meerschweinchen etwas Ruhe.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.