Aktualisiert 20.05.2007 19:35

Mega-Fusion zur zweitgrössten Bank Europas

Die Bankenfusion in Italien ist perfekt: Die UniCredit hat am Sonntag die Übernahme der römischen Capitalia besiegelt und steigt damit zur zweitgrössten Bank Europas auf, etwa gleichauf mit der UBS.

Nur die britische HSBC ist mit einem Börsenwert von rund 160 Milliarden Euro noch grösser. Die neue UniCredit bringt es wie die UBS auf knapp 100 Milliarden Euro. Sie ist die Nummer eins in der Euro-Zone, zu der Grossbritannien und die Schweiz nicht gehören.

Die Mega-Fusion in Italien wird in Form eines Aktientauschs vollzogen: Die Capitalia-Aktionäre sollen 1,12 UniCredit-Aktien je eigenen Anteil erhalten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Die neue Gruppe und Intesa-Sanpaolo werden zusammen fast die Hälfte des italienischen Finanzmarktes kontrollieren. Die endgültige Entscheidung zu der «Ehe» fiel nach einer über fünfstündigen Verwaltungsratssitzung in Mailand.

Für die Fusion sind noch die Zustimmung der Aktionäre und der Aufsichtsbehörden nötig. Beide Banken kündigten dazu ein Aktionärstreffen für den Zeitraum Ende Juli/Anfang August an.

Die italienische Regierung - namentlich Premierminister Romano Prodi und Wirtschaftsminister Tommaso Padoa-Schioppa - hatte zuletzt bereits ihre Zustimmung zu dem Vorhaben signalisiert. «Die Bankenfusionen und die Stärkung der Institutionen sind positiv für das Land», sagte Prodi.

Synergieeffekte

Laut «Corriere della Sera» werden die durch die Fusion entstehenden Synergieeffekte auf 1,16 Milliarden Euro beziffert. UniCredit ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 79 Milliarden Euro etwa vier mal so gross wie Capitalia. Mit dem Einstieg überholt sie die bisher grösste italienische Bank Intesa-Sanpaolo.

UniCredit-Chef Alessandro Profumo und sein Präsident Dieter Rampl sollen in ihren Ämtern bleiben, während Capitalia-Chairman Cesare Geronzi sich mit dem Amt des Vize-Präsidenten begnügt. Matteo Arpe, der bisherige Vorstandschef der Capitalia, reichte hingegen zum 31. Mai seinen Rücktritt ein.

Operativ im Oktober

Die neue Gruppe wird unter dem Namen UniCredit voraussichtlich im Oktober operativ sein. Insgesamt wird die Gruppe rund 164 000 Menschen beschäftigen. Durch das Zusammengehen wird sich nach Meinung von Finanzexperten auch die Konsolidierung der europäischen Banken fortsetzen.

UniCredit hatte 2005 mit dem Kauf der Münchner HypoVereinsbank eine Banken-Fusionswelle in Gang gesetzt. Unter anderem gab es seither in Italien mehrere Gross-Fusionen. In den Niederlanden liefern sich derzeit die britische Barclays und ein Konsortium um die Royal Bank of Scotland einen Bieterkampf um ABN Amro.

(sda)

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