Mega-Kunstraub: Hat der Meisterdieb wieder zugeschlagen?
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Mega-Kunstraub: Hat der Meisterdieb wieder zugeschlagen?

Drei Tage nach dem bewaffneten Kunstraub in Zürich wurde eine Task-Force gebildet. Spezialisten gehen Hinweisen aus dem In- und Ausland nach. Ein Hinweis betrifft den grössten Meisterdieb aller Zeiten.

Von den Bildern fehlt nach wie vor jede Spur. Nun hat die Stadtpolizei Zürich eine Task-Force gegründet, die praktisch ausschliesslich «mit dieser Thematik» befasst sein werde, wie Stapo-Sprecherin Judith Hödl gegenüber 20minuten.ch sagte. Die Task-Force besteht aus Spezialisten von verschiedenen Abteilungen. Zudem wurden die Kantonspolizei Zürich und der spezialisierte Dienst der Bundeskriminalpolizei (BKP) beim Bundesamt für Polizei eingeschaltet. Dieser steht insbesondere in Kontakt mit Interpol. Wie viele Personen in die Task-Force involviert sind, wollte Hödl nicht sagen. Die Task-Force der Stadtpolizei geht unter anderem den mehreren Dutzend Hinweisen nach, die in den letzten Tagen aus dem In- und Ausland eingegangen sind. Ob bereits eine «heisse Spur» verfolgt werden könne, wollte Hödl aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Ein Hinweis betrifft den Elsässer Kunstdieb und Buchautor Stéphane Breitwieser, wie Polizeisprecher Marco Cortesi auf Anfrage eine Meldung von Radio 24 bestätigte. Dieser sei seit Tagen verschwunden. Breitwieser gilt als vermutlich grösster Meisterdieb der Geschichte. Der Elsässer hat zwischen 1994 und 2001 insgesamt 239 Kunstwerke gestohlen und in einer «Privatsammlung» zu Hause gehortet. Nach vier Jahren im Gefängnis schrieb Breitwieser über seine Diebstähle das Buch «Confession d'un voleur d'art.» Im Gegensatz zum bewaffneten Kunstraub vom Sonntag in der Bührle-Sammlung ging Breitwieser bei seinen Raubzügen wie ein «Gentleman» vor. In Anzug und Lackschuhen gab er sich als Kunstfreund aus und beraubte die Museen jeweils ohne Waffengewalt.

Nach den vier geraubten Gemälden von Cézanne, Degas, van Gogh und Monet im Wert von rund 180 Millionen Franken wird also intensiv gefahndet. Für Hinweise, die zur Rückschaffung der gestohlenen Werke führen, hat die Bührle-Stiftung eine Belohnung von 100'000 Franken ausgesetzt. Hinweise können an die Telefonnummer 044 411 66 88 oder direkt an die E-Mail-Adresse kunstraub@stp.stzh.ch oder zurichartrobbery@stp.stzh.ch gerichtet werden.

(meg)

So lief der Kunstraub ab

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(Video: Maurice Thiriet, 20minuten.ch)

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