Berner Behörden haben entschieden – YB-Schock – Berner erhalten für Manchester-Spiel keine Sonderbewilligung
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Berner Behörden haben entschiedenYB-Schock – Berner erhalten für Manchester-Spiel keine Sonderbewilligung

YB spielt nächste Woche gegen ManUtd. Gemäss BAG-Regeln droht den Bernern bei der Rückkehr eine Quarantäne, sie bräuchten also eine Sonderbewilligung. Doch diese erhält der Club gemäss Berner Behörden nicht. Eine kleine Hoffnung gibt es aber vielleicht noch.

von
Nils Hänggi

Gegen Atalanta schoss Hefti dieses wunderbare Tor.

SRF

Darum gehts

  • Nächsten Mittwoch treffen die Young Boys in der Champions League auf Manchester United.

  • Gemäss Regelung müssten die Berner bei der Rückkehr zehn Tage in Quarantäne.

  • Das heisst: Sie bräuchten eine Sonderbewilligung.

  • Diese erhalten sie aber gemäss kantonaler Gesundheitsdirektion nicht.

Europa macht wieder dicht. Oder nahezu. Die europäischen Länder beschliessen immer mehr und strengere Einreisebestimmungen. Alles wegen der Omikron-Variante, bei der gemäss neuesten Erkenntnissen die Impfstoffe wahrscheinlich weit weniger wirksam sein sollen. Auch die Schweiz beschliesst neue Massnahmen.

So hat das Bundesamt für Gesundheit etwa beschlossen, dass alle Menschen, die aus Grossbritannien in die Schweiz einreisen, einen negativen Covid-19-Test vorlegen und zehn Tage in Quarantäne müssen. Einreisende nach Grossbritannien müssen zwei Tage nach ihrer Ankunft einen PCR-Test machen und sich bis zur Vorlage des Ergebnisses isolieren. Dies kündigte zuletzt der britische Premierminister Boris Johnson an.

Wieso jetzt gerade Grossbritannien erwähnt wird? Nun – wegen der Young Boys. Die kämpfen nächsten Mittwoch (8.12, 21 Uhr) um einen Platz in der Europa League. In Manchester im legendären Old Trafford findet in der Champions League das Spiel gegen das Team um Superstar Cristiano Ronaldo statt. Heisst: Sollten die Berner nicht in Quarantäne wollen, brauchen sie eine Sonderbewilligung.

«Die Vorgaben des BAG lassen dies nicht zu»

Am Dienstagabend ist dann klar: YB erhält keine Sonderbewilligung. Das hat der Kantonsärztliche Dienst des Kantons Bern beschlossen. Auf Anfrage von 20 Minuten teilt Gundekar Giebel, Sprecher der kantonalen Gesundheitsdirektion Bern, mit: «Für die Rückkehr nach dem Auswärtsspiel von YB gibt es keine Möglichkeit, den Spielern und Staff die Quarantäne zu erleichtern oder sie davon völlig zu befreien. Die Vorgaben des BAG lassen dies nicht zu und so wurde es heute nochmals vom BR ausgeführt.»

Der Entscheid war zu erwarten gewesen. Die Aussagen des BAG auf der Bundesrats-PK deuteten bereits darauf hin. Die Verordnung sehe keine spezifischen Ausnahmen für Sport- oder Kulturanlässe vor, sagte Michael Gerber vom BAG. Es sei aber möglich, dass der zuständige Kantonsarzt für bestimmte Anlässe Ausnahmen aussprechen kann. Das hat er nicht getan – zumindest nicht im Kanton Bern, gemäss Giebel.

YB will sich gegenüber 20 Minuten zum Entscheid der kantonalen Gesundheitsdirektion Bern noch nicht äussern. Es würden Gespräche an verschiedenen Fronten laufen. Und ja, vielleicht gibt es da auch noch eine kleine Hoffnung. So meint Giebel am späteren Dienstagabend dann nochmals: «Weitere Abklärungen laufen noch.»

Swiss Olympic ist nicht einverstanden

Nach dem Bundesratsentscheid vom Dienstagnachmittag meldete sich Swiss Olympic und verkündete: «Die aktuell geltenden Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen sind für den Sport nicht tragbar.» Swiss Olympic habe ebenfalls grossen Respekt vor der neu entdeckten Mutation und sehe die Notwendigkeit, die Bevölkerung vor Omikron zu schützen, heisst es. «Die Durchführung der internationalen Sportanlässe in der Schweiz ist jedoch bei Aufrechterhaltung der Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen in Gefahr, wenn nicht sogar unmöglich. Dies wiederum bringt Sportlerinnen und Sportler, Veranstalterinnen und Veranstalter sowie Verbände und Vereine (sowie auch verschiedene Bereiche der Wirtschaft) in grosse Bedrängnis», sagt Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl.

Ausserdem sagte Stahl weiter: «Als Dachverband des Schweizer Sports fordert Swiss Olympic vom Bundesrat und auch von den Kantonen, dass eine Lösung gefunden wird, welche die Durchführung der bevorstehenden internationalen Sportanlässe und die Befreiung von den Quarantänebestimmungen für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler ermöglicht. Swiss Olympic ist gerne bereit, zur Erarbeitung einer solchen Lösung beizutragen.» (hua)

Findet Spiel an einem neutralen Ort statt?

Doch vermutlich wird das Spiel an einem neutralen Ort stattfinden. So ähnlich lief es schon in der vergangenen Saison, als die Uefa insbesondere Europacup-Spiele reihenweise nach Ungarn verlegt hatte, weil dort weniger strengere Corona-Massnahmen galten.

Das wäre bitter – aus zweierlei Gründen. Einerseits würden die Berner die sicherlich einmalige Stimmung im Old Trafford verpassen. Ebenso ginge Manchester United viel Geld flöten. Der «Telegraf» schreibt von einem Verlust von mehreren Millionen Franken. Auch hätte das Team mit Neu-Coach Ralf Rangnick keinen Heimvorteil mehr. An einem neutralen Ort wären beide Teams in der Fremde.

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