Megaknall im All
Aktualisiert

Megaknall im All

Ein europäischer Satellit hat eine der grössten Kollisionen von Galaxien im All aufgezeichnet. Sie fand nahe unserer Erde statt.

Tausende Galaxien und mehrere Billionen Sterne prallten zusammen - im Massstab des Universums gesehen relativ nahe an der Erde.

Das berichtete die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA am Donnerstag (Ortszeit). Eine solche Massenkarambolage im All konnten die Forscher erstmals im Detail beobachten. Derartige Kollisionen setzen eine Energiemenge frei, die ansonsten nur von der des Urknalls übertroffen wird.

Der Zusammenstoss der Galaxiehaufen sei ein perfekter kosmischer Sturm, schreibt die zuständige Forschergruppe. Der Aufprall habe Hurrikan-ähnliche Verhältnisse im All verursacht und eine Schockwelle mit 100 Millionen Grad Celsius heissem Gas losgetreten. Gleichzeitig seien hochenergetische Röntgenstrahlen frei geworden.

Grosser Haufen in Aufruhr

«Vor unseren Augen sehen wir die Entstehung von einem der grössten Objekte im Universum», kommentierte Teamleiter Patrick Henry von der University of Hawaii. «Was vor 300 Millionen Jahren noch zwei kleinere, getrennte Galaxienhaufen waren, ist nun ein grosser Haufen in Aufruhr.»

Dieser verhältnismässig neue Galaxienhaufen namens Abell 754 liegt im Sternbild Wasserschlange, nur 800 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Nach Ansicht der Forscher zeigen die einzigartigen Beobachtungen, dass die grössten Strukturen im Weltraum noch immer in der Entwicklung begriffen sind.

«Schlimmster Sturm vorüber»

Mit Daten des Satelliten XMM-Newton der Europäischen Weltraumorganisation ESA erstellten die Wissenschaftler erstmals eine Art Wetterkarte für Abell 754. Darin verzeichnen sie die Temperatur, Druckverhältnisse und die Dichte in dem neuen Galaxienhaufen.

Die Vorhersage sei «klar und ruhig», der schlimmste Sturm sei vorüber, schreiben die Forscher. Nach ihren Ansichten stützen die neuen Beobachtungen die These, dass sich das Universum hierarchisch entwickelt habe - und grosse Galaxien immer beim Verschmelzen vieler kleiner entstanden sind. (sda)

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